10.02.2020 08:01 |

Mehrere Verletzte

„Sabine“ fegt mit bis zu 177 km/h über Deutschland

Auf seinem Weg durch Europa hat das Sturmtief „Sabine“ in Deutschland zahlreiche Schäden angerichtet und mehrere Schwerverletzte gefordert. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 177 Stundenkilometern fegte der Orkan über weite Teile des Landes hinweg. Mehrere Menschen wurden durch umstürzende Bäume verletzt, die Deutsche Bahn ließ bis 10 Uhr keine Fernzüge fahren, Hunderte Flüge fallen aus.

Auf dem Feldberg im Schwarzwald im Südwesten des Landes wurden um 7 Uhr Früh 177 Stundenkilometer registriert, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Auch auf dem Brocken im Harz stürmte es heftig: Dort gab es um 4 Uhr Böen mit bis zu 171 Stundenkilometern. Rekordwerte hat „Sabine“ auch in tiefen Lagen erreicht. Im bayrischen Fürstenzell (Landkreis Passau) wurden 154 Stundenkilometer gemessen. „Das ist in solchen Tieflagen eine absolute Spitze“, sagte der DWD-Meteorologe vom Dienst.

„Sabine“ soll noch Stunden stürmen
Prognosen zufolge soll „Sabine“ noch stundenlang stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen jetzt für den Süden. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern sogar die höchste - hier ist weiterhin „extremes Unwetter“ zu erwarten.

In Süddeutschland und Nordwesten Österreichs sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (laut DWD um 120 km/h) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 km/h). Die Menschen müssen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es kräftig gewittern. Zu befürchten sind laut Wetterdienst entwurzelte Bäume, herabstürzende Dachziegel oder andere Gegenstände sowie „verbreitet schwere Schäden an Gebäuden“.

Bahn stellte Fernverkehr komplett ein
Die Deutsche Bahn hatte wegen „Sabine“ ihren Fernverkehr bereits am Sonntagabend deutschlandweit komplett eingestellt. Im Norden des Landes wurde der Betrieb dieser Züge gegen 10 Uhr wieder aufgenommen, teilte die Bahn via Twitter mit. Der Verkehr werde schrittweise wieder aufgenommen, in Bayern und in Baden-Württemberg sei aber weiterhin kein Fernverkehr möglich, hieß es.

Zwei Schwerverletzte durch umstürzenden Baum
In Saarbrücken wurden zwei Frauen schwer verletzt, als auf dem Parkplatz des Klinikums ein Baum auf sie niederstürzte, wie ein Polizeisprecher in der Nacht mitteilte. Eine der Frauen befinde sich in Lebensgefahr. In Paderborn wurde ein 16-jähriger Bub schwer am Kopf verletzt, als er in einem bewaldeten Gebiet von einem herumfliegenden Ast getroffen wurde. Der Jugendliche wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wie ein Sprecher der Paderborner Polizei mitteilte.

Baukran-Ausleger beschädigt Frankfurter Dom
In Frankfurt am Main knickte in dem Sturm der Ausleger eines Baukrans um und beschädigte das Dach des Frankfurter Doms. Das Ausmaß des Schadens war nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zunächst noch unklar. Verletzt worden sei niemand. Eine Gefahr für Passanten durch den gebrochenen Kranausleger bestehe nicht.

Sturmflutwarnung an der Nordseeküste
Das deutsche Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor der Gefahr einer Sturmflut an der Nordseeküste sowie in Bremen und Hamburg. Am Montagnachmittag werde an der Nordseeküste sowie in Emden der Wasserpegel 1,50 bis zwei Meter höher liegen als das mittlere Hochwasser. Für den Abend ist demnach in Hamburg und Bremen mit einem ähnlichen Anschwellen der Wassermassen zu rechnen.

Diverse Straßen mussten wegen des Orkantiefs gesperrt werden, darunter auch Autobahn-Abschnitte. So wurde die A45 in Nordrhein-Westfalen zwischen dem Kreuz Hagen und Hagen-Süd wegen umgestürzter Bäume voll gesperrt, wie der Landesbetrieb Straßenbau NRW mitteilte.

Hunderte Flüge wurden gestrichen
Viele Ausfälle auch an deutschen Flughäfen: An den beiden größten Airports Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf und Köln wurden insgesamt rund 150 Starts und Landungen gestrichen. Eurowings hatte fast alle seine Flüge gecancelt. In München werden laut Angaben der „Bild“ voraussichtlich 424 der für Montag geplanten 1000 Starts und Landungen abgesagt.

Das Sturmtief sorgte auch in anderen Ländern für Chaos und massive Verkehrsstörungen. In Großbritannien fiel in mehr als 90.000 Haushalten der Strom aus. Der Fährbetrieb zwischen Dover und Calais wurde eingestellt. In Schottland wurden drei Menschen verletzt, als das Dach eines Lokals teilweise einstürzte.

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