02.10.2019 08:00 |

Wahlkarten ausgezählt

NR-Wahl: Rotes Briefwahl-Debakel in Tirol

Auch die Wahlkartenwähler straften die SP Tirol rund um ihr Oberhaupt Georg Dornauer ab. Ein Plus in allen Bezirken konnten hierbei hingegen die Grünen und die Neos für sich entscheiden. Für die ÖVP war in der Landeshauptstadt nur der zweite Platz drinnen. Buernkandidat Josef Hechenberger krönt sich als Vorzugsstimmenkaiser.

Es gibt wohl nur einen Menschen, der den Ausspruch „Ein klassischer FPÖ-Wähler wählt keine Frau mit Doppelnamen“ erklären kann. Genau: Er selbst. Gemeint ist Georg Dornauer, Oberhaupt der Sozialdemokratischen Partei in Tirol oder besser, was von ihr in diesem Land seit Sonntag noch übrig ist. Der rote „Schorsch“ ist nicht nur für seine flotten Lippen bekannt, sondern – zumindest – mitverantwortlich für das rote Desaster in Tirol.

Bundesweit die „rote Laterne“
Ein Blick zurück: Im Jahr 2006 kam die SPÖ hierzulande noch auf 23,2%, vor zwei Jahren waren es noch 21%. Am Sonntag setzte es für die Genossen den größten Bauchfleck aller Zeiten – sie schlugen bei 13% auf. Das ist nicht nur das historisch schlechteste Ergebnis der SPÖ in Tirol, sondern auch bundesweit die „rote Laterne“. Aber Dornauer wird sicher auch dafür eine Erklärung haben.

Die Briefwahl als letzte Hoffnung
Die allerletzte Hoffnung auf ein bisschen Besserung beruhte bei der SPÖ – sie ist bei der Briefwahl traditionell eher gut unterwegs –, wohl eben auf dieser. Denn heuer entschieden sich fast 82.000 Tiroler, mittels Wahlkarte ihre Stimme(n) abzugeben. Aber wieder nix. Da gab’s genau so eine auf die Hupe, setzte sich das sonntägige Waterloo für die SPÖ in Tirol fort: Es gab in allen neun Bezirken ein Minus, das größte in der Landeshauptstadt mit satten 14,8%, das kleinste in Reutte mit 6,7%.

Erfolge für die Grünen und die Neos
Hingegen stellten die Grünen mit ihrer sympathischen Spitzenkandidatin Barbara Neßler einmal mehr unter Beweis, dass bei der Briefwahl mit ihnen zu rechnen ist. Allein in Innsbruck holten sie sich von den knapp 15.000 rund 35% (+22,6% gegenüber 2017). Sie legten in allen neun Bezirken zu. Zwischen 8,09% in Reutte und 22,6% in Innsbruck.

Auch die Neos konnten auf diese Wähler zählen. Sie schafften ebenfalls in allen Bezirken ein Plus. Zwischen 3,5% (Kitzbühel) und 5,8% (Innsbruck Land).

Schlappe für FPÖ
Der ansonsten am Sonntag verwöhnten ÖVP blieben „Alle Neune“ versagt. Sie verlor in Innsbruck fast 3% auf 25,8%, blieb hinter den Grünen. In den anderen acht Tiroler Bezirken war die türkise Welt aber in Ordnung, gab es Zuwächse zwischen 1,2% (in Lienz) und 5,5% (in Reutte). Und die FPÖ? Sie hat traditionell bei Briefwählern das Nachsehen, also auch da kein Lichtblick. Sie verlor in allen neun Bezirken. Zwischen 2,6% (Landeshauptstadt) und 8,7% (Imst).

Von Rang vier auf Platz eins
Dass die Bauern für die „Ihrigen“ rennen, stellten sie im Wahlkreis Unterland einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis. Dort wurde Landwirtschaftskammerpräsident und Bauer Josef Hechenberger von Rang vier mit mehr als 12.000 Vorzugsstimmen auf Platz eins gehievt. Dem Vernehmen nach wurden nicht nur keine Mühen, sondern speziell auch keine Kosten für diesen Erfolg gescheut. Dennoch: Respekt, tolle Leistung!

Claus Meinert
Claus Meinert
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