Dennoch lobt Finanzreferent Harald Dobernig (links im Bild) den Sparwillen seiner Regierungskollegen, die sich an ein 20-prozentiges Minus bei den Ermessensausgaben gehalten hätten: "Das wurde tatsächlich eingespart und auch nicht in den Nachtragsvoranschlag oder in das Budget 2010 transferiert."
Die Politiker hätten es aber in der Hand, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Schuldenzuwachs noch weiter zu senken. Sie bräuchten sich nur ausländische Kollegen zum Vorbild zu nehmen: Die neue englische Regierungsmannschaft reduziert ihre Gehälter kollektiv um fünf Prozent, in Italien sollen Politiker-Einkommen gar um zehn Prozent gekürzt werden.
Politiker kosten Steuerzahler 270.000 Euro im Monat
Die Kärntner Top-Verdiener – Regierungsmitglieder, Bürgermeister und Stadträte in Klagenfurt und Villach, drei Landtagspräsidenten und die Klubobmänner – kosten die Steuerzahler im Monat brutto um die 270.000 Euro. Hochgerechnet auf 14 Monatsgehälter sind das fast 3,9 Millionen Euro – da bringen zehn Prozent weniger schon einiges. Wurde doch allein mit den Nulllohnrunden der vergangenen Jahre schon eine Menge gespart. Laut Dobernig sollen es von 2004 bis 2009 über sechs Millionen Euro gewesen sein.
Aber was sind die Kosten für die Politiker schon im Vergleich zur Fußballer-Truppe des SK Austria und zum Klagenfurter Stadion. Für die Landeshauptstadt nimmt das Horrorszenario immer deutlicher Gestalt an, dass sie Millionen an Vorsteuerabzügen dem Finanzamt nachzahlen wird müssen. Mangels Fußballklub – ob es die Lizenz für den Verein doch noch gibt, steht in den Sternen – wäre das Stadion als "Liebhaberei" einzustufen. Und dann heißt es für die Stadtväter brennen. Beziehungsweise für die Steuerzahler, die ohnehin nicht mehr ein noch aus wissen.
Vielleicht hat der Landessportreferent Gerhard Dörfler (rechts im Bild) sich deshalb den interessanten Vergleich mit der Bergisel-Schanze in Innsbruck ausgedacht. Die werde zwar auch nur einmal im Jahr im Rahmen der Vier-Schanzen-Tournee genutzt, sei aber das Wahrzeichen der Tiroler Landeshauptstadt. Wird das Stadion zum Wahrzeichen Klagenfurts auserkoren, braucht es keinen Fußballklub, dann reichen ein paar Länderspiele – so die Überlegungen Dörflers: "Große Sportinfrastruktur wird immer selten genutzt." Erhalten muss sie trotzdem werden – aber das kann man ja wieder den Steuerzahlern aufbürden.
von Waltraud Dengel, "Kärntner Krone"
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