Vertrauensindex

Niessl “daheim” hui, im “Landesfürsten-Vergleich” pfui

Burgenland
14.05.2010 12:13
Kurz vor der Landtagswahl haben die Burgenländer vergleichsweise wenig Vertrauen in ihren Landeshauptmann. Hans Niessl (SPÖ) liegt im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex zwar vorne, allerdings mit einem nicht überragenden Wert. Mit einem Vertrauenssaldo von +36 kommt er an andere Landesfürsten wie Herbert Sausgruber aus Vorarlberg (+63) und Josef Pühringer (+52) aus Oberösterreich (beide ÖVP) nicht heran.

Unmittelbar nach Niessl finden sich im Ranking die SPÖ-Landesräte Peter Rezar mit +28 und Helmut Bieler mit +25, gefolgt von ÖVP-Landesrat Werner Falb-Meixner (+18) und SPÖ-Landesrätin Verena Dunst (+17). Erst danach kommt ÖVP-Spitzenkandidat Steindl mit mageren +9. Im Plusbereich (+6) findet sich auch ÖVP-Landesrätin Michaela Resetar.

Klubobleute im Negativ-Bereich
Die Klubobleute liegen allesamt im Negativbereich, d.h. ihnen wird mehr miss- als vertraut, wobei Johann Tschürtz mit -10 für einen FPÖ-Politiker erstaunlich gut abschneidet und noch vor den Grünen landet, deren Klubobfrau Grete Krojer mit -34 den letzen Platz belegt. Etwas besser schneidet Grünen-Spitzenkandidat Michel Reimon mit -12 ab, er hat aber nur geringe Bekanntheit.

Für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer sind die Ergebnisse des OGM/APA-Vertrauensindex deutlich durch den Wahlkampf geprägt, "der ja diesmal überdurchschnittlich hart geführt wird". Das betreffe vor allem jene, die in vorderster Linie agieren. Der vergleichsweise schwache Wert für Niessl dürfte in erster Linie mit dem voll auf seine Person zugeschnittenen, gleichzeitig aber stark polarisierenden Wahlkampf zu tun haben, so Bachmayer.

Steindl "am linken Fuß erwischt"
Die schlechten Werte Steindls führt er darauf zurück, dass der ÖVP-Boss schon etwas geschwächt in den Wahlkampf gestartet sei und mit Eberau (durch die ÖVP-Innenministerin) "völlig am linken Fuß erwischt" worden sei. Daher agiere Steindl "überwiegend aus der Defensive".

Das Abschneiden von Tschürtz ist für Bachmayer "erstaunlich gut" und auf sein "politisch nicht so kantiges und offensives Auftreten" zurückzuführen. "Erstaunlich" ist für den OGM-Chef auch, dass im Burgenland eine grüne Politikerin und kein Vertreter der Freiheitlichen die rote Laterne trägt.

400 Telefon-Umfragen
Für den Vertrauensindex wurden am 10. Mai 400 Burgenländer ab 16 Jahren telefonisch abgefragt, ob sie dem jeweiligen Politiker vertrauen oder nicht. Aus den "Vertrauen"- und "kein Vertrauen"-Werten wurde ein Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird. Die Schwankungsbreite liegt bei plus/minus fünf Prozent.

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