Defizit-Geschäft

Hotel-Paket der Hypo: Feilschen um jeden Cent

Kärnten
04.05.2010 17:38
Ein Luxusschloss, zwei Stadthotels, zwei Golfanlagen, eine wertvolle Immobilie am Wörthersee und eine am Fuß des Nassfeldes – das "Hotel-Paket" der Hypo hat es in sich. Während mögliche italienische Käufer bereits ihren Deal feierten (wir berichteten), steigen die Verkäufer auf die Bremse und feilschen um jeden Cent.

Das ebenso luxuriöse wie TV-bekannte Schlosshotel Velden samt seinen schwer verkäuflichen und architektonisch umstrittenen Residenzen ist sicher das Schmuckstück in der Sammlung. Aber auch die beiden nicht unbedingt ausgelasteten Häuser "Blumenhotel" in St. Veit und "Holiday-Inn-Congresshotel" in Villach gehören dazu – die Golfplätze in Finkenstein und Seltenheim machen das Paket fast vollständig.

Denn auch das große "Lamplhof"-Areal am Wörthersee-Südufer und eine Liegenschaft in Tröpollach sind zu haben. Und eben diesen Kauf haben Geschäftsleute aus dem Umfeld des italienischen Serramarina-Konzerns am Freitag in einer Nobel-Trattoria nahe Venedig bereits gefeiert. Ihr Pech: Gäste aus Villach bekamen es mit. Ihnen erklärten die Italiener auch ohne viel Diskretion: "Der Kauf eurer Kärntner Hotels ist unter Dach und Fach."

Deal erst fix, wenn Geld am Konto ist
Damit erwischten sie die Verantwortlichen in Kärnten auf dem falschen Fuß. So erklärte Hypo-Vorstand Gottwald Kranebitter Dienstag früh blitzschnell, der Deal sei letztlich erst dann ein Deal "wenn das Geld auf dem Konto ist".

Gleichzeitig bestätigte Kranebitter aber, dass sich die Verhandlungen in der Endphase befinden würden. Und zur "Krone" stellte der neue Hypo-Chef fest, er hoffe, auch schon bald "Grund zum Anstoßen" zu haben. So etwa in vier Wochen... Damit spielte Kranebitter auf die Tatsache an, dass die Italiener bei ihrer auffälligen Feier bereits einige Korken knallen ließen.

Feilschen um jeden Cent
Gefeilscht wird jedenfalls um jeden Cent. Zuletzt wurden ja 66 Millionen für das gesamte "Paket" kolportiert, bei der Hypo hofft man auf einen besseren Erlös. Ein enormes Defizit-Geschäft bleibt das Ganze allemal. Allein der Umbau des Schlosshotels kostete 120 Millionen. Mit sechs Millionen stieg die Hypo beim "Blumenhotel" ein, mit 49 Prozent beim "Holiday Inn" und mit 97 Prozent oder vier Millionen Euro beim Finkensteiner Golfplatz.

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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