Bush-Memoiren

George W. Bush bei Deutschland-Visite “vergiftet”?

Ausland
29.04.2010 07:56
Die frühere US-Präsidentengattin Laura Bush hält es für möglich, dass sie und ihr Mann, der damalige Präsident George W. Bush, während eines Deutschland-Besuchs 2007 "vergiftet" wurden. In ihren Memoiren "Spoken From the Heart" ("Aus dem Herzen gesprochen") berichtet die Ex-First-Lady, wie sie, ihr Mann und ein Teil des mitreisenden Mitarbeiterstabes beim G8-Gipfel in Heiligendamm plötzlich erkrankten und das Bett hüten mussten.

Ärzte und Geheimdienst hätten damals untersucht, ob es sich um eine Vergiftung handelte, eine endgültige Schlussfolgerung sei jedoch nicht gezogen worden, berichtete der US-Sender CNN am Mittwoch.

Geheimdienst in Alarmbereitschaft
Die Memoiren kommen zwar erst Anfang Mai auf den Markt, CNN hat aber nach eigenen Angaben bereits ein Exemplar vorliegen. Wie der Sender schildert, schreibt Laura Bush, dass ihr Mann in Heiligendamm einige Treffen versäumte, weil es ihm schlecht ging. "Fast ein Dutzend Mitglieder unserer Delegation war betroffen", zitiert CNN aus dem Buch. Der Geheimdienst sei in höchster Alarmbereitschaft gewesen und habe die gesamte Gegend nach möglichen Giften abgesucht. "George (Bush) war so krank, dass er bei einem Treffen mit (dem französischen Präsidenten) Sarkozy nicht einmal aufstehen konnte, um ihn zu begrüßen."

Nach Angaben von CNN blieb Bush einigen Treffen des G8-Gipfels tatsächlich fern, was das Weiße Haus seinerzeit damit erklärte, dass sich der Präsident anscheinend einen Virus eingefangen habe. Laura Bush stellt in ihren Memoiren fest, dass nie bekannt geworden sei, ob auch andere Delegationen erkrankten "oder ob unsere, auf geheimnisvolle Weise, die einzige war".

George W. Bush kein "Verlierer"
Weiters empört sich die Ex-First-Lady in dem Buch über die mannigfaltige Kritik an George W. Bush. So behauptet sie etwa, sein damals viel kritisierter Flug über das von Hurrikan Katrina zerstörte New Orleans sei im Interesse der Opfer und Helfer gewesen. Außerdem verurteilt sie politische Gegner, die ihren Mann einen "inkompetenten Führer" und einen "Verlierer" nennen. Solche Aussagen seien ungerechtfertigt.

Erstmals öffentlich äußert sich Laura Bush zu einem Verkehrsunfall, bei dem sie als 17-Jährige den Tod eines guten Freundes verschuldete. Dabei beschreibt sie ihre Schuldgefühle nach dem Unfall: Sie sei für Jahre vom Glauben abgefallen, nachdem sie 1963 ein Stoppschild überfahren und ein anderes Auto gerammt hatte.

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