31.07.2019 14:19 |

Verweigerte Gottheit

Hindu-Extremisten verbrennen jungen Muslim (17)

Bei einer erneuten Gewalttat von Hindu-Extremisten gegen religiöse Minderheiten in Indien ist ein 17 Jahre alter Muslim lebendig verbrannt worden. Die Hindus hatten den Jugendlichen namens Mohd Khalid mit Kerosin übergossen und angezündet, nachdem er die Lobpreisung des Hindugottes Ram verweigert hatte.

Khalid sei in einem Krankenhaus in Varanasi im Bundesstaat Uttar Pradesh seinen schweren Brandverletzungen erlegen, berichtete der asiatische katholische Pressedienst Ucanews laut Kathpress am Mittwoch. Der emeritierte katholische Bischof von Bijnor, Gratian Mundadan, sprach gegenüber Ucanews von einem schockierenden Vorfall, der „die friedliebenden Menschen dieses Landes in Angst und Schrecken“ versetze.

„Kuhrächer“ verüben Morde an Muslimen
Die indische Bundesregierung sowie die Regierung des Bundesstaates werden von der hindu-nationalistischen Partei BJP geführt. Christen und Muslime werfen der BJP vor, im Namen der Religion begangene Gewalttaten zu dulden. Dazu zählen etwa von „Kuhrächern“ verübte Morde an Muslimen zum Schutz der im Hinduismus heiligen Kühe.

Seit Beginn der zweiten Amtszeit von Indiens Premierminister Narendra Modi am 30. Mai habe es eine Serie von Gewalttaten gegen Christen in Uttar Pradesh und fünf weiteren Bundesstaaten gegeben, klagte Ende Juni der indische Ableger der Organisation für Religionsfreiheit „Alliance Defending Freedom“. Die BJP hatte bei der Parlamentswahl im Frühjahr 303 der 545 Sitze im Parlament gewonnen und Modi damit eine zweite Amtszeit als Regierungschef Indiens gesichert.

In einem im Juni veröffentlichten Bericht des US-Außenministeriums über den weltweiten Stand der Religionsfreiheit wurde die Verfolgung religiöser Minderheiten in Indien kritisiert. Dieses Grundrecht sei dort in den letzten Jahren unter Druck geraten.

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