Zwar gibt es strenge Auflagen für die Betreiber, aber der politische Druck wächst. Im Umwelt- und im Wirtschaftsministerium war der Ausbau der Wasserkraft bis 2020 um sieben Terawattstunden (TWh) geplant. Nach massiven Protesten von Naturschützern wurde der geplante Ausbau jetzt auf 3,5 TWh, allerdings schon bis 2015, nach unten korrigiert.
"Das ist immer noch viel zu viel. Unter dem Deckmantel des Umweltschutzes sollen Dutzende neue Kraftwerke bewilligt werden. Und das, obwohl vor allem kleine Anlagen mehr in der Natur zerstören, als sie der Umwelt bringen", warnen Gewässerökologen. Sie befürchten, dass sich auch das südlichste Bundesland dem politischen Druck aus Wien bald beugen wird müssen – und weitere Anlagen mitten in die Natur gebaut werden.
Besonders schützenswerte Gebiete in Gefahr
Denn obwohl Kärntens Gewässer bereits mit rund 500 Wasserkraftwerken verbaut sind, sollen die Stromlieferanten jetzt offenbar auch an jenen naturbelassenen Wasserstrecken errichtet werden, die bislang vom Bauwahn verschont geblieben sind. Wohl auch an Teilen jener 500 Flusskilometer in Kärnten, die laut einer neuen Studie der Naturschutzorganisation WWF als besonders schützenswert gelten.
"In Kärnten laufen derzeit etwa hundert Anträge für neue Anlagen. Zehn Kraftwerke stehen kurz vor der Bewilligung", bestätigt der Fischerei-Inspektor Wolfgang Honsig-Erlenburg. Nach Ansicht des WWF stehe in Kärnten sogar der Bau von 17 neuen Kraftwerken unmittelbar bevor.
"Wir lassen uns nicht unter Druck setzen! Die Auflagen für die Projektwerber sind streng, und es wird nur etwa jedes zehnte eingereichte Projekt bewilligt", gibt Harald Tschabuschnig, der Leiter der Umweltschutzabteilung des Landes, vorsichtig Entwarnung.
von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
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