18.02.2019 09:20 |

Assad an Kurden:

„Die Amerikaner werden euch nicht beschützen!“

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat waren die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) ein wichtiger Verbündeter der USA in Syrien. Nach der Ankündigung des US-Truppenabzugs aus dem Norden des Bürgerkriegslandes ist die Sorge bei den Kurden groß, dass sie nun hilflos der türkischen Armee ausgeliefert werden. Die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan bereitet sich nämlich auf eine große Offensive vor, um die kurdischen Kämpfer aus der Grenzregion zu vertreiben. Genau diese Sorgen will Syriens Präsident Bashar al-Assad offenbar ausnützen, um auch die Region rund um die strategisch wichtige Stadt Manbidsch unter seine Kontrolle zu bringen. In einer Fernsehansprache warnte er die Kurden, nicht auf die USA zu setzen. „Sie werden euch nicht beschützen“, erklärte Assad.

„Die Amerikaner werden euch nicht in ihr Herz oder in ihre Arme schließen“, meinte der Machthaber, der gleichzeitig betonte, dass nur seine Armee die Kurden vor einer Militäroffensive der Türkei schützen könne. Andernfalls würden sie als „Sklaven der Ottomanen“ enden.

Kurden fordern Anerkennung ihres halb autonomen Status
Am Sonntag beriet das von Kurden angeführte Rebellenbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) über seine künftigen Beziehungen zum Assad-Regime. In einer Erklärung forderte die Allianz, dass Assads Regierung den „Sonderstatus“ der SDF ebenso wie den halb autonomen Status der Kurdenregion in Syrien anerkenne. Außerdem erklärten die SDF-Kämpfer ihre Bereitschaft, „Probleme mit der Türkei durch Dialog zu lösen“.

Die SDF-Kämpfer hatten vor gut einer Woche den Beginn einer „finalen Schlacht“ verkündet, in der die letzte Bastion der Dschihadisten erobert werden soll. Das IS-Herrschaftsgebiet rund um das Dorf Baghouz nahe der irakischen Grenze ist nach SDF-Angaben inzwischen auf einen halben Quadratkilometer geschrumpft, die vollständige Eroberung erfolge voraussichtlich in einigen Tagen. Unterstützt werden die SDF-Kämpfer durch Luftangriffe der US-geführten internationalen Anti-IS-Koalition.

Knapp 30 Prozent Syriens unter kurdischer Kontrolle
Die Kurden kontrollieren derzeit knapp 30 Prozent von Syrien. Außerdem gibt es von Dschihadisten gehaltene Gebiete in der nordwestlichen Provinz Idlib. Assad sagte dazu in seiner Fernsehansprache: „Jeder Zentimeter Syriens wird befreit werden.“

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember angekündigt, alle rund 2000 in Syrien eingesetzten US-Soldaten abzuziehen. Zudem drohte der Staatschef damit, Tausende verhaftete ausländische IS-Kämpfer abzuschieben, sollten sich die westlichen Verbündeten nicht dazu bereit erklären, ihre Staatsbürger wieder aufzunehmen.

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