06.01.2019 19:20 |

Vor Truppenabzug

Syrien: USA wegen Türkei in Sorge um Kurden

Die USA wollen vor ihrem angekündigten Truppenabzug aus Syrien neue Garantien von der Türkei. Die US-Regierung ist unter anderem besorgt darüber, was mit ihren kurdischen Alliierten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geschieht, sollte sich die Türkei stärker in Syrien einbringen. Ankara betonte in einer Reaktion auf die Aussagen ranghoher US-Politiker, die Behauptung, die Türkei würde auf Kurden zielen, sei irrational.

„Wir denken nicht, dass die Türken Militäroperationen unternehmen sollten, die nicht voll mit den USA abgestimmt sind und denen die USA nicht zugestimmt haben“, sagte Sicherheitsberater John Bolton am Sonntag vor einem Treffen mit Israels Premierminister Benjamin Netanyahu in Jerusalem. US-Präsident Donald Trump verlange ein entsprechendes Bekenntnis von seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan. „Es gibt Ziele, die wir erreichen wollen, die den Abzug aus Syrien beeinflussen“, sagte Bolton laut Angaben des Nationalen Sicherheitsrates in Washington.

Im Anschluss an das Treffen erklärte der konservative Hardliner, die USA wollten sich auch um jene kümmern, die mit uns gegen die Terrormiliz IS und andere Terrorgruppen gekämpft haben. Ein Abzug aus dem Nordosten Syriens solle so geschehen, „dass der IS-Staat geschlagen ist und sich nicht wieder erholen und erneut eine Bedrohung werden kann“, so Bolton.

USA wollen sicherstellen, „dass die Türken die Kurden nicht abschlachten“
US-Außenminister Mike Pompeo hatte Ende der Woche erklärt, man wolle sicherstellen, „dass die Türken die Kurden nicht abschlachten“. Pompeo will am Dienstag eine Reise durch acht arabische Länder im Nahen Osten antreten.

Der Abzug der 2000 US-Soldaten könnte demnach deutlich langsamer vorangehen, als Trump dies vor Weihnachten in Aussicht gestellt hatte. „Zeitpläne entstehen aus der Erfüllung von Bedingungen und aus der Schaffung von Umständen, die wir sehen wollen“, so Bolton. Er deutete auch an, dass die US-Präsenz im Süden Syriens länger erhalten werden könnte als die im Norden des Bürgerkriegslandes.

Der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, wies dann am Sonntag darauf hin, dass eine Terrorgruppe wie die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kein Alliierter der USA sein könne.

Mit dem Kampf gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und deren syrische Zweige verfolge die Türkei das Ziel, andere Kurden „aus der Tyrannei und Unterdrückung dieser Terrorgruppe zu befreien“, sagte Kalin laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Die Türkei würde seinen Worten zufolge keine Kurden verfolgen.

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