Mi, 27. März 2019
14.02.2019 13:45

In Tunneln verschanzt

Euphrat-Tal: Der letzte Quadratkilometer des IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Angaben der gegen sie kämpfenden Truppen am Donnerstag in ihrer letzten Bastion im Osten Syriens auf eine Fläche von nur einem Quadratkilometer zurückgedrängt worden. Es gebe heftige Gefechte, die in Tunneln verschanzte Extremistengruppe setze Selbstmordattentäterinnen ein, sagte ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Diese hatten am Wochenende mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition nach eigenen Angaben die „finale Offensive“ an der irakischen Grenze begonnen.

„Es gibt starken Widerstand“, sagte SDF-Sprecher Adnan Afrin. Die letzten IS-Kämpfer kontrollierten noch einen Quadratkilometer bewohntes Gebiet sowie ein Lager im Süden von Baghouz. Man gehe noch von rund tausend Kämpfern und Kämpferinnen aus, die in dem Dorf am Euphrat verschanzt seien, sagte der Sprecher des kurdisch-arabischen Bündnisses.

„Es gibt viele Tunnel“
„Es gibt viele Tunnel in Baghouz. Daher verzögert sich der Einsatz“, erklärte er. Selbstmordattentäter würden die SDF-Kräfte außerdem mit Fahrzeugen und Motorrädern angreifen, die mit Sprengstoff präpariert seien. Allein am Dienstag hätten sich zwei Frauen in die Luft gesprengt. In Baghouz seien vor allem noch ausländische Dschihadisten, wobei Iraker das Kommando führten.

Zehntausende Menschen sind seit Beginn der SDF-Offensive im September aus der letzten IS-Bastion im Euphrat-Tal geflohen, unter ihnen mehrere Tausend Kämpfer. In den vergangenen Tagen ergaben sich zahlreiche oft ausgehungerte IS-Kämpfer mit ihren Familien, doch gab es auch wiederholt Gegenangriffe, die die SDF-Truppen zurückwarfen.

„Kalifat“ auf unter ein Prozent geschrumpft
Laut der internationalen Anti-IS-Koalition kontrolliert die Terrormiliz nicht einmal mehr ein Hundertstel ihres früheren Herrschaftsgebiets. Von den großen Territorien seines „Kalifats“ in Syrien und im Irak halte der IS mittlerweile „weniger als ein Prozent“, hatte US-Generalmajor Christopher Ghika in der Vorwoche gesagt. Zu Höchstzeiten hatte das 2014 ausgerufene „Kalifat“ etwa die Größe Großbritanniens. Nun ist nur noch der kleine Landstreifen um Baghouz übrig.

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