Es sei zu spüren, dass die Menschen durch das vorherrschende politische Klima verunsichert seien, so Scheuch. "Wir werden auch einiges an Selbstkritik und Eigenreflexion brauchen", erklärte der FPK-Obmann.
Dobernig: "Mein Auftritt war nicht optimal"
Einen Anfang wagte Dobernig in Bezug auf seine öffentlichen Äußerungen knapp nach der Zwangsverstaatlichung der Hypo Group Alpe Adria Bank im Dezember des Vorjahres. "Mein Auftritt war nicht optimal", erklärte der Kärntner Finanzlandesrat. "Wir haben erkannt, dass wir in manchen Bereichen überzogen haben", meinte auch Scheuch.
Weisenrat oder Schiedsgericht
Geplant ist von der FPK auch eine generelle Reduktion der Wahlkampfkosten und eine Beschränkung von Parteienwerbung. Die Einhaltung dieser Abmachung solle von "einer Art Weisenrat oder Schiedsgericht" kontrolliert werden, dem etwa der Bischof oder andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angehören könnten, sagte Scheuch.
Er kündigte zudem eine Reduzierung der Parteienförderung für das Jahr 2011 an - wobei diese ja erst 2009 deutlich angehoben wurde.
Scheuch: Heftige Kritik gegen SPÖ und Grüne
Schon bei der Präsentation seines "Fairnessabkommens" fand Scheuch wieder scharfe Worte für die Opposition. SPÖ und Grünen warf er "Führungslosigkeit" und "Überforderung" vor, nachdem die beiden Parteien seiner Einladung zu Gesprächen über das Abkommen nicht gefolgt waren.
SPÖ: "Verspäteter Faschingsscherz"
Als einen "verspäteten Faschingsscherz" wertete SPÖ-Chef Reinhart Rohr die - aus seiner Sicht - "skurrilen Wortspenden der Herren Scheuch und Dobernig": "Nicht mehr als fadenscheinige Lippenbekenntnisse und Heuchelei gegenüber der Öffentlichkeit!", meinte Rohr.
ÖVP: "Die Botschaft hör' ich wohl..."
Auch die ÖVP meldete Zweifel an: "Die Botschaft hör’ ich wohl, allein es fehlt der Glaube", so Landesparteisekretär Achill Rumpold. Außerdem habe die ÖVP schon längst zu Parteienverhandlungen für eine bessere politische Kultur geladen.
Grüne: "Scheuch soll zurücktreten"
"Wenn es Scheuch ein ernsthaftes Anliegen ist, das politische Klima in Kärnten verbessern zu wollen, dann kann er sofort etwas dazu beitragen: Er soll gemeinsam mit seiner FPK-Riege zurücktreten", ätzte Frank Frey, Geschäftsführer der Kärntner Grünen.
Dem geschäftsführenden Kärntner BZÖ-Obmann Stefan Petzner zufolge ist die FPK für das schlechte Klima in Kärnten hauptverantwortlich. "Ich glaube nicht, dass manche der führenden FPK-Protagonisten zur Besserung überhaupt willens und fähig sind", so Petzner.
von Waltraud Dengel ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
Erst am Donnerstag hatte Bischof Alois Schwarz das politischa Klima in Kärnten kritisiert - mehr dazu in der Infobox!
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