27.01.2019 11:48 |

Notausgang abmontiert

Banksy-Graffiti aus Pariser Bataclan gestohlen

Eine Tür mitsamt einem dem Streetart-Künstler Banksy zugeschriebenen Graffiti ist aus der Pariser Konzerthalle Bataclan gestohlen worden. Das teilte der Musikclub, in dem im November 2015 bei einem Terroranschlag 90 Menschen getötet worden waren, am Samstagabend via Twitter mit. Man sei „sehr traurig“.

Banksys im Juni 2018 entstandenes Werk, ein Symbol der Erinnerung, das allen gehöre - Ortsansässigen, Parisern, Bürgern aus aller Welt -, sei gestohlen worden. Laut Medienberichten wurde die Tür von Dieben in der Nacht auf Samstag mit einem Lastwagen abtransportiert.

Ob das Bild tatsächlich von Banksy stammt, ist nicht unzweifelhaft gesichert. Der Künstler selbst hat allerdings auf seinem Instagram-Account das Bild Ende Juni 2018 veröffentlicht. Damals waren daneben noch weitere Werke in Paris aufgetaucht, die Banksy zugeschrieben werden, sie thematisierten vor allem die Flüchtlingskrise.

Traurig blickende Frau mit Schleier
Das nun gestohlene Werk, hergestellt mit Schablone und weißer Farbe, zeigt eine traurig wirkende, nach unten blickende junge Frau mit schwarz-weißem Schleier. Das Bataclan erklärte, das Werk sei ein Tribut an die Opfer des 13. November 2015.

Es war laut Nachrichtenagentur AFP an einem Notausgang aufgesprayt, durch den viele Zuschauer bei dem Anschlag entkommen sind. Bei einer Attentatsserie in Paris hatten Extremisten insgesamt 130 Menschen getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte damals die Taten für sich.

Banksys Identität gibt noch immer Rätsel auf. Bekannt ist, dass er aus dem englischen Bristol stammt und Ende der 1990er-Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven. Seine Graffiti erscheinen meist überraschend, manchmal gibt er Hinweise auf seine Urheberschaft.

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