23.01.2019 15:24 |

Karfreitag-Debatte

Neuer Feiertag für alle? Bundesregierung sagt Nein

Entweder bekommen am Karfreitag alle einen Feiertag - oder eben niemand mehr. Nach einem brisanten EuGH-Urteil muss sich die Regierung eine neue Regelung einfallen lassen. Erste Reaktionen von Regierungsmitgliedern lassen darauf schließen, dass Türkis-Blau nicht viel von einem weiteren Feiertag hält. 

Der Karfreitag darf nicht allein ein Feiertag für Angehörige bestimmter Religionsgruppen sein. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Die Mitglieder der türkis-blauen Regierung haben sich nun gegenüber einem zusätzlichen bezahlten Feiertag ablehnend gezeigt.

Begeisterung bei Ministerinnen gering
Ein recht klares Nein ließ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Rande einer Veranstaltung durchklingen: „Es macht keinen Sinn, Arbeitsplätze zu riskieren, indem man einen zusätzlichen Feiertag einführt.“ Außerdem sei es wichtig, dass der Wirtschaftsstandort nicht geschwächt werde. Auf die Frage, welche Lösung sie sich vorstellen kann, wollte sie nicht näher eingehen.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) versicherte, man werde zum Karfreitag eine Lösung finden. Es gelte, die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig verstehe sie jene Arbeitnehmer, die einen Feiertag wollen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wollte zunächst noch nichts dazu sagen - einen zusätzlichen Feiertag werde es aber nicht geben, erklärte Kanzleramtsminister und ÖVP-Regierungskoordinator Gernot Blümel.

Die Gewerkschaft will einen freien Karfreitag
Die Gewerkschaft begrüßte das EuGH-Urteil und fordert einen freien Karfreitag für alle. Auf die von der Wirtschaftskammer veranschlagten Mehrkosten von 600 Millionen Euro für einen weiteren Feiertag sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian im Ö1-Morgenjournal: „Das ist wieder einmal diese typische Märchenstunde der Wirtschaftskammer, die 600 Millionen sind in Wirklichkeit durch nichts nachvollziehbar.“

Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karl-Heinz Kopf sprach sich dezidiert gegen einen zusätzlichen Feiertag aus. Über Katzians Aussage zeigte er sich verwundert, diese sei „unsachlich und aggressiv“ gewesen.

Kronen Zeitung/krone.at

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