22.12.2009 15:37 |

Geständnis im TV

Stiefvater des "Nadelbuben": "Ich wollte ihn töten"

Der in Brasilien mit Dutzenden Nadeln misshandelte Bub sollte bei dem grausigen Ritual sterben. Mit diesem schockierenden Geständnis ließ der Stiefvater des Kindes am Montag aufhorchen. "Die Nadeln sollten in seinen Körper eindringen und ihn töten", sagte Roberto Carlos Magalhaes von seiner Gefängniszelle aus dem Fernsehsender Globo.

Der Zweijährige befindet sich weiter im Krankenhaus. Nach der vierstündigen Operation am Freitag sei sein Zustand stabil, teilten die Ärzte mit. Bei der OP waren dem Buben jeweils zwei lebensgefährliche Nadeln nahe des Herzens und der Lunge entfernt worden.

Tat in Trance befohlen?
Der Stiefvater gab bei der Polizei zu Protokoll, dass ihm die Tat von einer Frau in Trance befohlen worden sei, die Schwarze Magie praktiziert. Roberto Carlos Magalhaes, mit dem die Mutter erst sechs Monate zusammen lebte, war am Dienstag letzter Woche nach einer ersten Aussage bei der Polizei in Ibotirama zunächst untergetaucht. Da hatte der 30-jährige Hilfsarbeiter noch abgestritten, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Die Mutter des Kindes brachte die Ermittler dann auf die Spur, als sie den Verdacht äußerte, ihr Freund könne den Buben für ein religiöses Ritual missbraucht haben.

Nachbarn wollten Täter lynchen
Bei der Vernehmung gestand Magalhaes dann, den Zweijährigen mehrmals in das Haus einer 47-jährigen Frau mitgenommen zu haben. Diese habe ihn in Trance beauftragt, "die Nadeln in den Buben zu bringen" - und er habe ihr gehorcht. Die Polizei nahm auch die 47-Jährige fest, die ein spirituelles Zentrum in Ibotirama leitet. Sie stritt die Tat ab. Auch eine zweite Frau wurde von der Polizei abgeführt. Wenig später versuchten 150 Nachbarn, die Polizeistation in dem Ort zu stürmen, um die drei Tatverdächtigen zu lynchen. Sie warfen Steine auf das Gebäude und beschädigten ein Polizeiauto. Alle drei Gefangenen wurden daraufhin in eine Nachbarstadt verlegt.

Der Zweijährige war in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem er über starke Schmerzen im Bauch geklagt hatte. Zunächst entdeckten die Ärzte 17 mehrere Zentimeter lange Nadeln im Körper. In einem zweiten Krankenhaus wurden dann seit Sonntag insgesamt rund 40 der metallischen Gegenstände lokalisiert.

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