Mi, 26. September 2018

Schrecklicher Verdacht

19.07.2018 06:40

Orden von Mutter Teresa soll Babys verkauft haben

Zu Lebzeiten galt Mutter Teresa als Institution der Barmherzigkeit. Auch nach ihrem Tod 1997 war die von ihr errichtete Ordensgemeinschaft Missionarinnen der Nächstenliebe eine Bastion der Menschlichkeit. Doch nun gibt es einen schrecklichen Verdacht: Eine Nonne und eine weitere Mitarbeiterin sollen Babys für Tausende Dollar an adoptionswillige Eltern verkauft haben.

Die Behörden aller Bundesstaaten in Indien sind angewiesen worden, „die Heime der Missionarinnen der Nächstenliebe sofort zu inspizieren“, wie die Ministerin für Frauen und Kindesentwicklungen, Maneka Gandhi, mitteilte.

Die Polizei hatte die zwei Verdächtigen Anfang Juli in Ranchi, der Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Jharkand, festgenommen. Sie sollen mindestens fünf Kinder verkauft haben.

Neugeborenes um 1400 Euro verkauft
Das örtliche Jugendamt hatte den Fall ins Rollen gebracht, als es die Polizei informierte, dass in einem Heim der Missionarinnen der Nächstenliebe für unverheiratete Schwangere und Mütter ein Neugeborenes vermisst werde. Zunächst beschuldigte das Personal die Mutter des Kindes. Die Polizei fand nach eigenen Angaben aber Beweise, dass die beiden Mitarbeiterinnen das Baby für knapp 1700 Dollar (rund 1400 Euro) an ein Paar im benachbarten Bundesstaat Uttar Pradesh verkauft hatten.

Orden schockiert
Die Missionarinnen der Nächstenliebe teilten mit, die Nachricht von der Verhaftung sei „schockierend“. Der Orden werde mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe rückhaltlos aufzuklären.

In Indien existiert ein großer Markt für illegale Adoptionen. Etwa 100.000 Kinder werden nach offiziellen Angaben jährlich als vermisst gemeldet.

Mutter Teresa hatte die Missionarinnen der Nächstenliebe 1950 gegründet. 1979 erhielt sie für ihren Einsatz für Arme und Kranke den Friedensnobelpreis. 2016 wurde sie, 19 Jahre nach ihrem Tod, von Papst Franziskus heiliggesprochen. Ihre Ordensgemeinschaft betreibt Dutzende Heime und Pflegeeinrichtungen in Indien und anderen Ländern.

 krone.at
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