Unglaubliches Glück

Russin überlebte Luxuszug-Anschlag zum zweiten Mal

Ausland
30.11.2009 18:06
Eine 35-jährige Russin hat bereits zum zweiten Mal einen Terroranschlag auf den Luxuszug "Newski Express" von Moskau nach St. Petersburg überlebt. Natalia Nowikowa sei am Freitag nach dem Attentat auf die wichtigste Verkehrsstrecke des Landes schwer verletzt in eine Klinik gebracht worden, berichteten russische Medien am Montag. Auch im August 2007, beim letzten Anschlag auf den Zug, war die Geschäftsfrau an Bord. Damals wurde sie nur leicht verletzt.

Danach habe die 35-Jährige sich aus Angst lange geweigert, mit einem Zug zu fahren, sagte ihr Mann Sergej gegenüber russischen Zeitungen. Erst vor Kurzem sei Nowikowa für ihre Fahrten zwischen den beiden größten Städten des Landes wieder vom Auto umgestiegen.

Vermutliches Täter-Versteck entdeckt
Am Montag sollen Ermittler das mutmaßliche Versteck der Attentäter entdeckt haben. In einem Dorf nahe des Tatorts seien auf einem Dachboden Spuren von vier Verdächtigen festgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher nach Angaben der Agentur Interfax. 

Die russische Polizei hat zudem ein Phantombild veröffentlicht, das einen der mutmaßlichen Attentäter zeigen soll (siehe Infobox). Zunächst war unklar, ob es sich bei dem Verdächtigen um dieselbe Person handelt, von der Innenminister Raschid Nurgalijew bereits zuvor gesprochen hatte: einen Mann um die 40 mit roten Haaren. Bereits zuvor waren zwei mutmaßliche Attentäter verhaftet worden. Zu möglichen Motiven lagen auch drei Tage nach der Tat noch keine neuen Informationen vor.

Moskauer Medien berichteten unter Berufung auf Ermittler, dass als Drahtzieher ein zu islamistischen Terroristen aus dem Nordkaukasus übergelaufener Ex-Soldat gesucht werde.

Neuerlich Sprengsatz vor Zug explodiert
In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus explodierte am Montag ein Sprengsatz auf den Gleisen unmittelbar vor einem Fernzug. Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt. Vor allem tschetschenische Untergrundkämpfer und ihnen nahestehende Extremisten aus der Konfliktregion Nordkaukasus hatten in der Vergangenheit häufig Anschläge auf zivile Ziele in Russland verübt. Russische Behörden werfen ihnen vor, die Lage im Land destabilisieren zu wollen.

Die Zeitung "Kommersant" berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, hinter dem Anschlag auf den "Newski Express" werde dieselbe Gruppe vermutet, die auch für eine fast identischen Tat im Jahr 2007 verantwortlich war. Damals waren mehrere Dutzend Menschen verletzt worden.

Attentat fordert 26 Todesopfer
Die Zugverbindung zwischen Moskau und St. Petersburg wird häufig von Geschäftsleuten und Regierungsbeamten genutzt. Ein auf den Gleisen gelegter Sprengsatz riss den "Newski Express" am Freitagabend aus den Schienen. Zumindest 26 Menschen wurden getötet und fast 100 weitere verletzt.

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