Bei dem Blutkrebs-Subtyp zerbricht laut den Wissenschaftlern um Robert Slany in den betroffenen Zellen zunächst das Chromosom 11 und "verheilt" mit anderen Chromosomen. "Durch die unnatürliche Kombination verschmelzen verschiedene Gene miteinander, und in der Zelle wird nach deren 'Bauplan' ein Fusionseiweiß produziert, das Leukämie auslöst", teilt die Universität Erlangen-Nürnberg mit. Diese falsch verknüpften Eiweißmoleküle würden zu "Beschleunigerproteinen" und führten dazu, dass für die Blutzellenentwicklung nötige Gene viel schneller als gewöhnlich abgelesen werden.
"Wie bei einer Fließbandherstellung, die in zu hohem Takt abläuft, kommt es dadurch zu einer Überproduktion der entsprechenden Genprodukte", erläutern die Genetiker. Eigentlich müssten die beteiligten Gene abgeschaltet werden, um die Entwicklung von reifen Blutzellen zu ermöglichen, doch in den Krebszellen arbeiten die Gene weiter und blockieren die Zellreifung. Dadurch kommt es zur unkontrollierten Zellteilung, dem Krebs.
Nun hoffen die Wissenschaftler, geeignete Hemmstoffe für die problematischen Proteine zu finden. Erste Kandidaten seien bereits identifiziert und würden nun auf Therapie-Möglichkeiten untersucht, hieß es.
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