Sa, 17. November 2018

WWDC-Ankündigungen

05.06.2018 10:54

Apple macht Siri schlauer und Watch praktischer

Apples Assistenzsoftware Siri soll im Wettbewerb mit Google und Amazon intelligenter werden. Auch insgesamt will der iPhone-Konzern seine Geräte mit diversen neuen Funktionen nützlicher im Alltag machen. Die Zeit für neue Hardware ist aber noch nicht gekommen.

Apple will sich mit neuen Software-Funktionen tiefer im Alltag seiner Kunden verankern. Die Assistenzsoftware Siri soll mit der nächsten Version des iPhone-Betriebssystems häufiger von alleine mitdenken. Mehr Aufgaben sollen direkt auf der Apple Watch erledigt werden. Und die Videochat-Software FaceTime unterstützt jetzt Gruppen-Unterhaltungen von bis zu 32 Nutzern. Im Webbrowser Safari verbessert Apple den Datenschutz und lässt Nutzer unter anderem den Datenaustausch mit Werkzeugen wie Facebooks „Like“-Button einfach unterbinden. Damit legt sich Apple direkt mit dem Online-Netzwerk an.

Mehr automatische Vorschläge von Siri
Siri soll im Wettbewerb mit Google und Amazon häufiger automatisch erstellte Vorschläge für die nächsten Aktionen machen. So könnte zum Beispiel am Morgen im Sperrbildschirm rechtzeitig der Vorschlag auftauchen, das übliche Kaffeegetränk über eine App im gewohnten Lokal zu bestellen.

Nutzer werden zudem Siri in mehr Apps einsetzen und ganze Bündel an automatisierten Aktionen programmieren können, die mit einem Schlüsselsatz ausgelöst werden, wie Apple zum Auftakt seiner Entwicklerkonferenz WWDC am Montag ankündigte. Nach den Worten „Ich fahre nach Hause“, könnte das Telefon zum Beispiel die Fahrzeit ermitteln und der Familie eine Nachricht schicken. Apple steht unter einem gewissen Druck, Siri zu verbessern: Der Software wird oft vorgehalten, schlechter zu funktionieren als Amazons Alexa und der Google Assistant.

Schwerpunkt „Augmented Reality“
Ein Schwerpunkt beim nächsten iPhone-System iOS 12 ist die sogenannte „erweiterte Realität“ („Augmented Reality“, AR), bei der reale Umgebung und virtuelle Objekte auf dem Bildschirm vermischt werden. Unter anderem bekommen die iPhones eine Apple-App, mit der Gegenstände vermessen werden können. Außerdem können nun zwei Nutzer mit den selben virtuellen Objekten in realer Umgebung interagieren. Das soll zum Beispiel neue Spiel-Erlebnisse ermöglichen. Eine ähnliche Funktion war bei der Google I/O Anfang Mai auch für Android angekündigt worden.

Gemeinsam mit dem Animationsstudio Pixar entwickelte Apple ein neues Datenformat für virtuelle Inhalte. Damit kann zum Beispiel ein 3D-Gegenstand wie eine Kaffeemaschine oder eine Gitarre einfacher bearbeitet, verschickt und auch in Web-Ansichten integriert werden. Neu sind animierte Avatare für Apples Kommunikations-Dienste wie den SMS-Ersatz iMessage. Dabei erkennt die Kamera künftig auch eine ausgestreckte Zunge.

Funktionen zur Suchtprävention
Wie bereits erwartet, bekommt iOS 12 Funktionen, die einer übermäßigen Nutzung von iPhones und iPad-Tablets vorbeugen sollen. Den Tech-Konzernen wird oft vorgeworfen, ihre Geräte und Dienste machten Leute süchtig. Mit den neuen Werkzeugen werden Nutzer unter anderem sehen können, wie viel Zeit sie in einzelnen Apps verbringen, und sich Limits setzen. Eltern werden einschränken können, wie lange und wann ihre Kinder die Geräte und auch verschiedene Anwendungen nutzen können.

Apple betonte zugleich, dass das nächste iPhone-System auch ältere Telefone schneller machen solle, allein dadurch, dass die Software die Computer-Ressourcen besser verwalte. So sollen Apps zum Teil 40 Prozent schneller starten und die Kamera 70 Prozent schneller. Bisher hatten Nutzer oft den Eindruck, die neuen Software-Versionen mit mehr Funktionen machten ihre älteren Geräte langsamer.

Viel Neues für die Apple-Watch
Viele neue Funktionen gibt es für die Apple Watch. Aufgaben wie das Einchecken für einen Flug sollen direkt auf ihrem kleinen Bildschirm ohne den Griff zum Smartphone erledigt werden können. Mit einem Walkie-Talkie-Modus können sich zwei Nutzer künftig direkt von Uhr zu Uhr unterhalten. Die Watch kann künftig auch Web-Inhalte anzeigen und bekommt eine Podcast-App. Außerdem muss man zur Uhr nicht mehr „Hey, Siri“ sagen, um die Assistenzsoftware zu starten - es reicht schon aus, den Arm zu heben und reinzusprechen.

Im kommenden Jahr werde Apple es einfacher machen, iOS-Apps auf Mac-Computer zu bringen, kündigte Software-Chef Craig Federighi an - ungewöhnlich frühzeitig für Apple. In den vergangenen Jahren war immer wieder über ein solches Projekt des Konzerns spekuliert worden. Komplett sollen Apple iOS und macOS aber nicht miteinander verschmelzen, betonte Federighi.

Ankündigungen neuer Geräte gab es nicht. Apple stellt neue iPhones traditionell im September vor - und andere Geräte ohne festen Rhythmus.

 krone.at
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