09.11.2009 07:24 |

Streit in Südamerika

Venezuelas Hugo Chavez droht Kolumbien mit Krieg

Die Spannungen zwischen den südamerikanischen Staaten Venezuela und Kolumbien spitzen sich zu: Weil das Nachbarland US-Soldaten auf seinen Militärbasen dulden will, hat Venezuelas Präsident Hugo Chavez zur Vorbereitung auf einen Krieg mit Kolumbien aufgerufen. Die Venezolaner seien bereit, ihr "heiliges Heimatland" zu verteidigen, sagte Chavez am Sonntag und machte dabei klar, dass ein Konflikt zwischen den beiden Staaten einen kontinentalen Krieg bedeuten würde. Kolumbien hat die UNO angerufen.

Nach "diesen Kriegsdrohungen der venezolanischen Regierung" solle sich die Organisation Amerikanischer Staaten und der UN-Sicherheitsrat mit dem Thema befassen, hieß es vonseiten der kolumbischen Regierung in Bogota. Kolumbien habe nie eine "feindliche Geste" gegenüber der internationalen Gemeinschaft und Nachbarländern gezeigt.

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte am Sonntag in seiner wöchentlichen Fernsehsendung "Alo Presidente" gesagt: "Sich darauf vorzubereiten, ist der beste Weg, den Krieg zu vermeiden." Falls es zum bewaffneten Konflikt komme, "könnte sich dieser auf den ganzen Kontinent ausweiten". Nach einem neuerlichen Grenzzwischenfall in der vergangenen Woche hat Venezuela 15.000 Soldaten in die Grenzregion geschickt.

USA dürfen Militärstützpunkte in Kolumbien benützen
Hintergrund der Spannungen ist ein neues Militärabkommen zwischen Kolumbien und den USA. Washington und Bogota hatten Ende Oktober eine Vereinbarung über die Nutzung kolumbianischer Militärbasen durch die US-Armee geschlossen. Die Vereinbarung erlaubt den US-Streitkräften für die nächsten zehn Jahre die Nutzung von mindestens sieben Stützpunkten in Kolumbien.

Nach US-Angaben sollen die Stützpunkte für den Kampf gegen Drogenhandel und Terrorismus genutzt werden. Die Pläne waren bei den linksgerichteten Regierungen der Nachbarländer Venezuela und Ecuador auf scharfe Ablehnung gestoßen. Sie werfen den USA vor, ihren Einfluss in Südamerika vergrößern zu wollen.

FARC mit Waffen aus Venezuela beliefert?
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela liegen seit Ende Juli auf Eis. Die kolumbianische Regierung hatte sich beschwert, dass Waffen aus Venezuela in den Besitz der linksgerichteten FARC-Rebellen gelangt seien. Daraufhin zog Chavez aus Protest gegen die Vorwürfe den Botschafter aus Bogota ab. Bereits im März vergangenen Jahres hatte Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien vorübergehend ausgesetzt. Als Grund nannte der Präsident den Angriff der kolumbianischen Armee auf ein FARC-Lager in Ecuador.

Die Politikwissenschaftlerin Elsa Cardoso, Expertin für internationale Beziehungen an der Zentraluniversität von Venezuela, sagte, die erhitzte Rhetorik von Chavez sei ein Versuch, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von den drängenden Problemen im eigenen Land abzulenken. Oppositionsführer Julio Borges rief Chavez zu Gesprächen mit Kolumbien auf.

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