Di, 16. Oktober 2018

Uber stoppt Tests

20.03.2018 06:33

Erstmals Fußgängerin von Roboter-Auto getötet

Autonome Fahrzeuge werden als Zukunft des Straßenverkehrs angepriesen - vor allem als sicherer im Vergleich zu von Menschen gelenkten Autos, mit dem Argument, dass 90 Prozent aller Unfälle auf menschliche Fehler zurückzuführen seien. Doch nun hat ein Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber im US-Bundesstaat Arizona eine Frau angefahren und getötet. Es ist der erste tödliche Unfall mit einem selbstfahrenden Auto.

Das Fahrzeug erfasste die 49-Jährige in der Stadt Tempe, einem Vorort von Phoenix, als sie am Sonntagabend mit ihrem Fahrrad die Straße überqueren wollte. Es war nach Polizeiangaben autonom mit einem Sicherheitsfahrer am Steuer unterwegs. Ersten Erkenntnissen zufolge dürfte den Fahrtendienst allerdings keine Schuld treffen: Die getötete 49-Jährige sei aus dem Schatten heraus auf die Fahrbahn getreten, sagte die Polizeichefin von Tempe, Sylvia Moir, am Montagabend der Zeitung „San Francisco Chronicle“ nach Auswertung von Aufnahmen aus den Überwachungskameras.

Polizei: „Uber trifft wahrscheinlich keine Schuld“
Es sei nach der Untersuchung der Videos deutlich, „dass es in jedem Modus (autonom oder vom Menschen gelenkt) sehr schwierig gewesen wäre“, den Zusammenstoß zu vermeiden. „Ich gehe vorläufig davon aus, dass es so scheint, dass Uber wahrscheinlich keine Schuld an diesem Unfall trägt“, so die Polizeichefin. Später erklärte die Polizei von Tempe, für diese Frage sei die Staatsanwaltschaft zuständig.

Das Unfallopfer sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Firmenchef Dara Khosrowshahi sprach auf Twitter von „unglaublich traurigen Nachrichten“. Uber hat alle Testfahrten mit Roboterwagen eingestellt, auch jene in San Francisco, Pittsburgh und Toronto.

Das Unternehmen drückte der Familie des Opfers via Twitter Beileid aus und betonte, mit den Behörden zu kooperieren.

Uber baut Volvos zu autonomen Fahrzeugen um
Die Verkehrsbehörde NHTSA und die Unfallexperten der NTSB entsenden Ermittler-Teams nach Tempe. Die NHTSA will neben Uber und den lokalen Behörden auch den Autohersteller Volvo kontaktieren, dessen Fahrzeuge Uber für seine Roboterwagen umbaut. Die NTSB ermittelt zum Beispiel bei Flugzeugunglücken oder anderen Unfällen, die eine nachhaltige Wirkung haben können.

Sicherheit gilt als Argument für Robo-Autos
Dass 90 Prozent der Unfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie verhindern werde, ist ein zentrales Argument der Entwickler von Roboterwagen. Doch es war zu erwarten, dass es irgendwann auch einen Unfall mit Todesfolge mit selbstfahrenden Autos geben werde.

Uber-Programm schon lange problembelastet
Uber ist eines von mehreren Dutzend Unternehmen, die eigene Systeme für autonom fahrende Autos entwickeln und auf öffentlichen Straßen in den USA testen. Zugleich war das Roboterwagen-Programm des Fahrzeug-Vermittlers von Anfang an mit Problemen belastet. Gleich am ersten Testtag in San Francisco wurde ein Uber-Wagen dabei gefilmt, wie er über eine rote Ampel fuhr. Zudem weigerte sich Uber zunächst, die nötige Lizenz zum Testen von Roboterautos zu beantragen, und wurde zeitweise von der Straße verbannt. Weiters gab es einen Rechtsstreit über die von Uber verwendete Technologie.

Im Jahr 2015 war bereits ein Mensch am Steuer eines vom Computer gesteuerten Autos gestorben. Allerdings hatte damals der Fahrer eines Tesla die Kontrolle dem Fahrassistenzsystem des Elektroautos überlassen, obwohl bekannt war, dass es nicht in der Lage war, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen. Er raste unter den Auflieger eines Sattelzuges, der die Straße querte. Fahrzeuge wie die umgebauten Uber-Autos sind dagegen dafür gedacht, ohne Beteiligung des Menschen zu fahren, auch wenn derzeit die Sicherheitsfahrer noch häufig eingreifen müssen. Zugleich ließ Kalifornien jüngst grundsätzlich auch den Betrieb von Roboterwagen mit Lenkrad und Pedalen zu, die ausschließlich vom Computer oder per Funk gesteuert werden.

 krone.at
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