Beim Golf ist das so eine Sache: Jede neue Generation sorgt automatisch für Aufmerksamkeit – selbst wenn man eigentlich nur den Schatten sieht. Genau das hat Volkswagen jetzt geliefert. Bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg wurde erstmals offiziell die Silhouette des kommenden Golf 9 gezeigt.
Und siehe da: Überraschend ist daran vor allem, wie wenig überraschend er aussieht.
Die Umrisse verraten ziemlich klar: Der nächste Golf wird kein radikaler Designbruch. Die Linien erinnern stark an den aktuellen Golf - und ein bisschen auch an den VW Golf VII. Flache Dachlinie, typische C-Säule, vertraute Proportionen.
VW-Designchef Andreas Mindt verfolgt damit offenbar eine Strategie, die man schon beim Polo gesehen hat: Evolution statt Revolution. Beim meistverkauften Auto Deutschlands ist das vermutlich auch kein Fehler. Wer am Golf zu viel verändert, riskiert schnell einen kleinen Volksaufstand.
Verbrenner und Elektro wachsen zusammen
Spannend wird’s beim Konzept dahinter. Volkswagen verabschiedet sich offenbar von der bisherigen Doppelstrategie, bei der Elektroautos komplett anders aussehen als ihre Verbrenner-Brüder – so wie beim ID.3.
Der Golf geht künftig einen anderen Weg: Der klassische Verbrenner bleibt noch länger im Programm, während parallel ein elektrischer ID. Golf entstehen soll. Und der wird sich optisch deutlich stärker am bekannten Golf orientieren.
Die Botschaft dahinter ist klar: Egal ob Strom oder Benzin - der Kunde soll sofort erkennen, dass er vor einem Golf steht.
Produktion wandert nach Mexiko
Während sich optisch also wenig ändert, passiert hinter den Kulissen einiges. Der Golf mit Verbrennungsmotor wird ab 2027 in Mexiko produziert. Wolfsburg verliert damit sein traditionsreichstes Modell teilweise an einen anderen Standort.
Ganz neu ist diese Strategie nicht: Auch beim Polo ist die Produktion schon länger ausgelagert – der läuft inzwischen in Südafrika vom Band. Und der Mexiko-Käfer ist sowieso Geschichte.
Der Elektro-Golf kommt später
Der rein elektrische Golf – also der ID. Golf – dürfte frühestens 2028 erscheinen. Interessant dabei: Anders als der ID.3 soll er sich nicht bewusst vom klassischen Golf absetzen, sondern eher wie dessen elektrischer Bruder wirken.
Gut möglich also, dass wir in ein paar Jahren zwei Golfs gleichzeitig sehen: einen Verbrenner, vielleicht mit einem größeren Facelift - und daneben den elektrischen ID. Golf.
Ein bisschen so, wie früher Diesel und Benziner nebeneinander standen. Nur eben mit Batterie statt Tank.
Auch der Polo wird elektrisch
Ein ähnliches Spiel läuft beim kleineren Bruder. Der elektrische ID. Polo soll bereits Ende April 2026 offiziell vorgestellt werden. Prototypen zeigen schon jetzt, dass er sich optisch und von den Abmessungen kaum vom bisherigen Polo entfernt.
Mit rund 4,05 Metern Länge bleibt er im vertrauten Format. Selbst klassische Designmerkmale wie die breite C-Säule sollen bleiben – als visuelle Brücke zwischen alter und neuer Antriebswelt.
VW entdeckt die Knöpfe wieder
Und noch eine kleine Überraschung: Im Innenraum scheint Volkswagen gerade eine Art Selbstreflexion zu betreiben.
Nach Jahren, in denen fast alles über Touchflächen gesteuert wurde, kehren echte Tasten zurück – sowohl am Lenkrad als auch auf der Mittelkonsole. Viele Kunden dürften erleichtert sein.
Als Bonus planen die Wolfsburger außerdem einen Retro-Modus für die digitalen Anzeigen: Instrumente und Touchscreen können dann im Stil des Golf I dargestellt werden. Nostalgie im Digitalcockpit!
Und davor kommt noch ein ganz kleiner
Bevor der elektrische Golf auf den Markt rollt, bringt VW allerdings noch ein anderes Projekt: 2027 soll die Serienversion des kleinen Volkswagen ID. Every1 erscheinen. Der könnte später als ID. Up in die Showrooms kommen und die Rolle des günstigen Einstiegs-Elektroautos übernehmen.
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