Mo, 10. Dezember 2018

Polizei gnadenlos

05.03.2018 10:47

Türkei: Gummigeschosse und Tränengas gegen Frauen

Kurz vor dem internationalen Weltfrauentag am 8. März hat die türkische Polizei am Sonntag eine Demonstration in der Hauptstadt Ankara gnadenlos aufgelöst. Die Sicherheitskräfte setzten Trängengas und Plastikgeschosse ein, um die Gruppe der protestierenden Frauen auseinanderzutreiben. Es gab außerdem zahlreiche Festnahmen. Dabei wollten die Aktivistinnen einem Bericht der regierungskritischen Zeitung „Birgün“ zufolge nichts weiter als eine Erklärung verlesen ...

Nach Angaben der Frauenplattform Ankara, die den Protest organisiert hatte, wurden 18 Frauen festgenommen. Sie seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. „Der Kampf der Frauen kann nicht verhindert werden. Es lebe der 8. März“, teilte die Plattform auf ihrer Facebook-Seite mit. Für den Weltfrauentag haben Frauenorganisationen in der Türkei Demonstrationen angekündigt. Unter anderem ist ein Protest am Donnerstagabend auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal in Istanbul geplant.

Erdogan: „Verhütung ist Verrat“
In den vergangenen Jahren hatten Demonstrantinnen unter anderem die Politik der islamisch-konservativen AKP-Regierung kritisiert. Vor allem Äußerungen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan über die Rolle der Frau sorgen immer wieder für Aufregung. So hatte der Staatschef den Türkinnen in der Vergangenheit etwa empfohlen, mindestens drei Kinder zu gebären, und Verhütung als „Verrat“ bezeichnet.

2017 wurden in der Türkei 338 Frauen ermordet
Thema bei den Protesten ist auch immer wieder Gewalt gegen Frauen in der Türkei. Alleine im Jahr 2017 wurden in dem Land nach Angaben der Nichtregierungsorganisation „Wir werden Frauenmorde stoppen“ 338 Frauen ermordet. Laut der NGO werden die Taten oft von Ex-Partnern oder Ehemännern verübt.

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