Mi, 22. November 2017

Erdogan provoziert:

30.05.2016 15:05

„Die muslimische Frau soll nicht verhüten“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sorgt wieder einmal mit einer provokanten Aussage für Wirbel. In einer Rede in Istanbul forderte er gläubige Türkinnen dazu auf, nicht zu verhüten, um so mehr Kinder zu bekommen. "Wir wollen viel mehr Nachkommen haben. Andere reden über Verhütung - keine muslimische Familie sollte so etwas tun", meinte Erdogan.

Kritik an der Aussage des Präsidenten, der Vater zweier Mädchen und zweier Buben ist, kommt von Frauenrechtlerinnen und Oppositionspolitikern. Ihnen zufolge wolle Erdogan den Frauen vorschreiben, wie viele Kinder sie bekommen sollen. Zudem setzt er sich für ein restriktives Abtreibungsrecht und gegen den Gebrauch der "Pille danach" ein.

Empfängnisverhütung als "Verrat" bezeichnet
Erdogan hatte sich schon zuvor wiederholt öffentlich zu diesem Thema geäußert. Vor rund zwei Jahren sagte er etwa in seiner Funktion als Trauzeuge auf einer Hochzeit, türkische Frauen sollten mindestens drei Kinder haben. Empfängnisverhütung bezeichnete er als "Verrat". In einer anderen Rede lehnte er die Gleichstellung von Mann und Frau als "wider die Natur" ab.

"Niedrige Geburtenrate schwächt Wirtschaftskraft"
Der Politiker der islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung warnte in der Vergangenheit auch immer wieder davor, dass eine niedrige Geburtenrate die türkische Wirtschaftskraft schwächen würde. Die Türkei verzeichnet bei derzeit rund 79 Millionen Einwohnern ein starkes Bevölkerungswachstum.

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