Keine Beruhigung
Tausende demonstrieren für und gegen Zelaya
Der von der internationalen Staatengemeinschaft als rechtmäßiger Präsident anerkannte Zelaya hatte zuvor die Bevölkerung aufgerufen, Micheletti die Unterstützung zu verweigern und sich stattdessen dem von ihm gesteuerten Widerstand anzuschließen.
Doch zogen am Donnerstag Tausende seiner Gegner in weißen Hemden vor die Vertretung der Vereinten Nationen. Sie wandten sich gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Sie verlangten zudem, dass die für Ende November dieses Jahres geplanten Wahlen respektiert und nicht zum Verhandlungsobjekt der aktuellen Krise werden.
EU und OAS schicken Botschafter zurück
Die EU und die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) haben inzwischen angekündigt, ihre im Juli abgezogenen Botschafter wieder nach Honduras zu schicken. Sie sollen Zelaya unterstützen, hieß es. Die OAS will zudem in den kommenden Tagen eine Delegation nach Tegucigalpa schicken, um dort Gespräche zu beginnen.
Die Kontrahenten in Honduras signalisierten indessen weiterhin Gesprächsbereitschaft: Micheletti sagte, die für November geplanten Präsidentschaftswahlen seien der Ausweg aus der Krise. Auch Zelaya werde die Möglichkeit haben, seinen Kandidaten in dem demokratischen Wahlprozess unterstützen. Sollte dieser den Sieg davontragen, werde dies respektiert.
Zelaya befürchtet Ermordung in Botschaft
Zelaya bekräftigte ebenfalls seine Dialogbereitschaft, schränkte diese aber ein. "Mit Terroristen, die das Land als Geisel nehmen, ist ein Dialog nicht möglich." Dem staatlichen spanischen Rundfunk sagte er sogar: "Wir befürchten, dass bewaffnete Söldner die Botschaft stürmen, um uns zu ermorden." Die Interimsregierung wirft Zelaya Verfassungsbruch sowie andere Vergehen vor und will ihn vor Gericht stellen.
Krisenhafte Situation in Honduras seit Ende Juni
Zelaya war am 28. Juni gestürzt und außer Landes gebracht worden. Ihm wird von seinen Gegnern vorgeworfen, die Verfassung gebrochen und einen Verbleib im Präsidentenamt angestrebt zu haben, was nach der derzeitigen Gesetzeslage verboten ist. Mit seiner heimlichen Rückkehr nach Honduras am Montag löste er die aktuelle Krise aus. Um eine offene Rebellion zu verhindern, verhängte die Regierung eine landesweite Ausgangssperre.
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