Di, 17. Juli 2018

Über 2000 Superreiche

22.01.2018 07:17

Alle zwei Tage gibt es einen neuen Milliardär!

Die Reichen werden immer reicher – und es werden immer mehr: Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Milliardäre ein Rekordhoch. 2016 und 2017 kam sogar alle zwei Tage ein neuer Milliardär hinzu, wie die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam mit Verweis auf die Milliardärsliste des US-Magazins "Forbes" feststellt.

Seien es vor 30 Jahren noch 140 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 295 Milliarden Dollar (rund 241 Milliarden Euro) gewesen, so seien 2017 2043 Milliardäre mit insgesamt 7,7 Billionen Dollar auf der Liste vertreten - laut Oxfam ein Rekordhoch. 82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens seien in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen.

"Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt weiterhin mehr Vermögen als der gesamte Rest", prangert die Hilfsorganisation an. Die "3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen", würden hingegen nicht vom Vermögenswachstum profitieren.

Konzerne und Superreiche "vermeiden" Steuern
Einen Grund für dieses Ungleichgewicht sieht Oxfam in der "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen". Demnach drückt sich das "reichste Prozent der Bevölkerung" durch "Steuertricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr". Den Entwicklungsländern hingegen entgingen durch diese Tricks mindestens 170 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen pro Jahr - "mehr als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe (145 Milliarden US-Dollar/Jahr)".

Konsequente Ausbeutung von Frauen
Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland, prangert zudem an, dass das derzeitige Wirtschaftssystem "auf der konsequenten Ausbeutung von Frauen" basiere. Sie würden "geringer bezahlt" als Männer und seien "überproportional häufig in schlecht bezahlten Berufen und in unsicheren Arbeitsverhältnissen vertreten". Schätzungen zufolge leisten Frauen jährlich "unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit" im Umfang von zehn Billionen US-Dollar, zeigt Kalinski auf.

Oxfam fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen" zu stoppen, "faire Einkommen und gleiche Chancen für Frauen und Männer" durchzusetzen und "in Bildung und Gesundheit für alle" zu investieren.

Der Bericht wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos veröffentlicht, das ab Dienstag stattfindet. Dort werden neben US-Präsident Donald Trump – sofern er wegen des Shutdowns in den USA abkömmlich ist – auch mehrere Regierungschefs Europas erwartet.

 krone.at
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