20.06.2009 14:54 |

"Alarmzeichen"

Grüne sehen Landschaftsbild in Gefahr

Mehr Sorgfalt bei der Raumplanung im Burgenland fordern die Grünen. Landesweit würden laut Daten des Umweltbundesamtes täglich rund 3,4 Hektar Fläche verbaut beziehungsweise asphaltiert. Damit sei man Spitzenreiter in Österreich, so Landessprecher Josko Vlasich am Samstag beim Gemeindegruppentag in Großwarasdorf. Neben mehr Rücksicht bei der Planung wünschen sich die Grünen einen interkommunalen Finanzausgleich, um einen ihrer Ansicht nach ausufernden Wettbewerb zwischen Gemeinden bei Betriebsansiedlungen zu unterbinden.

Im Burgenland gebe es den prozentmäßig stärksten Zuwachs an sogenannten Versiegelungsflächen. "Das ist für uns ein Alarmzeichen", so Vlasich. "Hier geht ein Teil unserer burgenländischen Einzigartigkeit verloren." Als eine Ursache für die Entwicklung nannte er eine "nicht entsprechende" Flächenwidmung: Trotz vorhandener Reserven bei Bauland würden in vielen Gemeinden laufend Neuwidmungen erfolgen.

"Dann steigt die Überschwemmungsgefahr"
Zudem würden Verkehrsflächen viel Platz einnehmen. Gemeinden konkurrierten miteinander bei der Ansiedlung von Betrieben. Als Beispiel nannte er den Raum Oberpullendorf - Stoob - Neutal. Ähnliches gebe es in allen Teilen des Landes. Durch diese Konkurrenz und das damit verbundene Anlegen von Infrastruktureinrichtungen würden sehr viele Flächen verbaut. Folgen zunehmender Verbauung seien neben dem Flächenverbrauch etwa eine steigende Überschwemmungsgefahr, der Verlust von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen und eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Blick über den Tellerrand gefordert
Gemeinden sollten sich deshalb zusammentun, um gemeinsam zu entscheiden, wo Betriebsansiedlungen passieren - und "nicht nur den eigenen Kirchturm dabei im Blickfeld haben", meinte der Landessprecher. Eine Möglichkeit wäre demnach eine Aufteilung der Kommunalsteuer. Auf diese Weise würde man den Konkurrenzkampf und Dumping unterlaufen.

Auch das Land als Fördergeber müsse "steuernd eingreifen". Was ihm fehle, sei eine gemeinsame Raumentwicklung etwa für die Bezirke. Man wolle, dass das Burgenland auch in Zukunft seine "charakteristischen Werte", wie die Vielfalt in landschaftlicher und kultureller Hinsicht, behalte. Dies werde auch von Touristen und Menschen, die sich im Burgenland ansiedlen wollen, geschätzt.

Grüne in 14 Gemeinderäten vertreten
Im Burgenland gibt es laut Vlasich derzeit in 24 Orten grüne Gemeindegruppen, in 14 davon ist man im Gemeinderat vertreten. Landesweit verfügen die Grünen über 20 Mandate.

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