Neue Wahlumfragen

SPÖ und ÖVP Kopf an Kopf ++ FPÖ holt auf

Österreich
19.06.2009 20:36
Während die mit mäßiger Beteiligung abgehaltenen EU-Wahlen vor zwei Wochen deutliche Verschiebungen in der Parteienpräferenz gezeigt haben, gehen in der politischen Landschaft nachhaltige Veränderungen vor sich. Eindeutig ist dabei, dass die FPÖ weiter klar an Stimmen zulegen kann.
Wenn kommenden Sonntag Nationalratswahlen wären, käme die SPÖ auf 28 Prozent, die ÖVP auf 26, die FPÖ auf 20, die Grünen auf 13 und das BZÖ auf sieben Prozent der Stimmen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IMAS hervor, die vor und nach den EU-Wahlen (25. Mai bis 15. Juni) durchgeführt worden ist. Demnach unterscheiden die Österreicher genau zwischen dem Wahlanlass.

FPÖ auf dem Vormarsch
Zu einem vollkommen anderen Ergebnis kommen die Meinungsforscher vom GfK-Institut. Dort liegt die ÖVP mit 33 Prozent deutlich vor der SPÖ mit 28 Prozent. Die FPÖ bei 20, die Grünen bei elf und das BZÖ bei sechs Prozent. Allerdings geht man beim GfK davon aus, dass hier die Stimmungslage von den EU-Wahlen Niederschlag gefunden hat, ÖVP und SPÖ bald wieder Kopf an Kopf liegen werden. 

Vollkommene Übereinstimmung findet sich in den Umfragen beider Institute allerdings bei der Bewertung der FPÖ. Die Freiheitlichen sind ganz eindeutig im Aufwind und haben im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2008 noch einmal 2,5 Prozent zulegen können. Und man kann davon ausgehen, dass der anhaltende Zuspruch der FPÖ vor allem zu Lasten der SPÖ geht. 

Blaue Augen alleine sind auf Dauer auch kein Programm
Eindeutig sind die Analysen bei IMAS, dass weiter immer mehr Jugendliche zu den Freiheitlichen tendieren. Für Paul Eiselsberg von IMAS ist "das allerdings nicht Ausdruck eines Rechtsrucks, sondern hat viel mit einzelnen persönlichen Sorgen zu tun". Die Jugend glaubt, und das zeigen viele Analysen, einfach nicht daran, dass die regierenden Politiker ihre Probleme lösen können (oder wollen). Das hat mit dem völligen Fehlen entsprechender inhaltlicher und personeller Angebote der traditionellen "Großparteien" zu tun. Allerdings sind blaue Augen alleine auf Dauer auch kein echtes Programm. 

von Claus Pándi, Kronen Zeitung

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