Chemikalien gemixt

Jugendlicher verkauft Sprengstoff an Mitschüler

Burgenland
16.05.2009 09:34
Dramatische Szenen haben sich Freitagnachmittag in einem Schulbus im Südburgenland abgespielt. Auf der Fahrt vom Gymnasium Oberschützen Richtung Güssing explodierte plötzlich der Rucksack eines Schülers, der Bub erlitt bei dem Zwischenfall leichte Verbrennungen. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass ein Gymnasiast die brisante Mischung selbst hergestellt und an seine Mitschüler verkauft hatte.

Gut gelaunt hatten mehrere Gymnasiasten nach Schulschluss den Bus nach Hause bestiegen, als nach kurzer Fahrt plötzlich ein ohrenbetäubender Knall das fröhliche Kinderlachen übertönte. In derselben Sekunde schrie ein Jugendlicher aus Unterwart in der vorletzten Sitzreihe vor Schmerzen auf. In seinem Rucksack war ein Sprengsatz detoniert. Der Schüler erlitt Verbrennungen an der Hand und musste im Krankenhaus ambulant versorgt werden. 

Drei weitere Explosionen
Kurz zuvor war bereits in der Garderobe des Gymnasiums in Oberschützen der Rucksack eines anderen Schülers explodiert. Der Jugendliche blieb jedoch unverletzt. Bei zwei weiteren Schülern entzündete sich der gefährliche Chemikalien-Mix - vermutlich ohne Zutun - zu Hause. Auch sie kamen mit dem Schrecken davon.

"Rezept" aus dem Internet
Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der explosive Mix von einem Gymnasiasten selbst hergestellt wurde, der sich in Chemie recht gut auskennt. Zu Hause soll er die Chemikalien, die im Handel legal erhältlich sind, nach einer Anleitung aus dem Internet gemixt haben, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes Burgenland gegenüber burgenland.krone.at berichtete. Die gefährliche Mischung habe er dann in Becher abgefüllt und an seine Mitschüler verkauft. Diese hätte sich dann - vermutlich ohne Fremdeinwirkung - von selbst entzündet.

Alle Betroffenen sind jünger als 14 Jahre. "Sie waren sich wahrscheinlich der Gefährlichkeit des Ganzen nicht bewusst", wie Sicherheitsdirektor Schindler hinzufügt. Die Ermittlungen der Polizei sind noch im Gange.

Karl Grammer, Christian Schulter (Kronen Zeitung) und burgenland.krone.at
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