Düstere Prognose
OECD: Weltweite Wirtschaft schrumpft dramatisch
Ende 2010 wird die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern zum ersten Mal seit den frühen 90er Jahren zweistellige Werte erreichen. Allein in den sieben größten Industriestaaten (G7) seien Ende kommenden Jahres wohl 36 Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz - etwa doppelt so viele wie Mitte 2007. Das unterstreiche, wie wichtig es sei, die Konjunkturprogramme durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zu ergänzen, um soweit wie möglich einen Anstieg der strukturellen Arbeitslosigkeit zu verhindern, sagte OECD-Chefvolkswirt Klaus Schmidt-Hebbel.
Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, sei ein weiteres Eingreifen der Staaten nötig, sagte der OECD-Experte. Die Konjunkturprogramme müssten überdies international koordiniert werden. Die OECD sieht aber auch die Notenbanken in der Pflicht: Die Zinssätze müssten in die Nähe von null gesenkt werden und dort für längere Zeit bleiben, forderte Schmidt-Hebbel. Zusätzlich müssten die Währungshüter über alternative Mittel Geld in die Wirtschaft pumpen. Derzeit setzen unter anderem die US-Notenbank Fed und die Bank von England Mittel des "Quantitative Easing" ein und kaufen etwa Staatsanleihen auf.
Welthandel bricht um 13 Prozent ein
Angesichts der tiefsten und umfassendsten Rezession seit mehr als 50 Jahren wird laut OECD der Welthandel in diesem Jahr um mehr als 13 Prozent einbrechen. Die globale Wirtschaftsleistung sinke um 2,7 Prozent. Auch in den großen Schwellenländern werde sich das Wachstum verlangsamen. Die Ökonomen gehen davon aus, dass erst im kommenden Jahr infolge der von der Politik Konjunkturmaßnahmen eine Erholung beginnt.
"Die Weltwirtschaft befindet sich inmitten der tiefgreifendsten Rezession, die wir zu unseren Lebzeiten je gesehen haben und die überdies in einzigartiger Weise synchron verläuft - eine Rezession, die durch eine globale Finanzkrise ausgelöst und durch das Zusammenbrechen des Welthandels verschärft wurde", schreibt die OECD in ihrem Zwischenbericht.
Weltbank etwas optimistischer
Auch die Weltbank präsentierte am Dienstag ihren Wirtschaftsausblick und ist etwas optimistischer als die OECD: Laut Weltbank schrumpft die globale Wirtschaft in diesem Jahr um 1,7 Prozent. Die OECD erwartet einen Rückgang der Weltwirtschaft 2009 von 2,75 Prozent. Vor etwa zwei Wochen hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) noch ein Minus zwischen 0,5 und 1 Prozent vorausgesagt.
Der Welthandel werde um mehr als 6 Prozent einbrechen - so stark wie seit 80 Jahren nicht mehr, heißt es im Wirtschaftsausblick der Weltbank, der in Washington vorgelegt wurde. In der Eurozone wird die Wirtschaft der Studie zufolge um 2,7 Prozent schrumpfen.
Bereits im kommenden Jahr sei eine moderate Erholung möglich, doch sei dieser Ausblick "höchst ungewiss", räumte die Weltbank ein. Sie rechnet für 2010 mit einem weltweiten Wachstum von 2,3 Prozent. In der Eurozone sieht die Organisation im kommenden Jahr inzwischen lediglich ein schwaches Plus von 0,9 Prozent. Hingegen könnten die USA dann schon wieder um solide 2 Prozent zulegen.
Die globale Konjunkturmisere trifft der Studie zufolge auch die Schwellen- und Entwicklungsländer hart: Für sie erwartet die Weltbank in diesem Jahr nur noch ein deutlich gebremstes Wachstum von 2,1 Prozent. Dort sei 2010 aber schon mit einer Verdopplung auf 4,4 Prozent zu rechnen, heißt es in dem Weltbank-Papier.







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