Krawalle in Paris

Jugendbanden attackieren Polizei

Ausland
15.03.2009 18:55
In der Nacht auf Sonntag ist es in zwei Pariser Vorstädten, die als sozial benachteiligt gelten, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Jugendbanden und der Polizei gekommen. Bei den Krawallen in Les Mureaux im Departement Yvelines gerieten die Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt, als sie wegen eines brennenden Autos anrückten und von Hunderten Jugendlichen angegriffen wurden. Steine wurden geworfen, Gewehrschüsse krachten. Über 20 Polizisten wurden dabei verletzt, Dutzende Molotowcocktails sichergestellt. In Montegron, einer anderen Pariser Vorstadt, wurde ein Polizeikommissariat beschossen, verletzt wurde dabei niemand.

Die Attacken in Le Mureaux könnten laut Polizei mit dem Tod eines Jugendlichen in Zusammenhang stehen. Dieser war am 8. März während eines Polizeieinsatzes erschossen worden. In der offiziellen Version handelte es sich dabei um Notwehr. Der Jugendliche befand sich mit drei weiteren Personen an Bord eines Autos, das bei einer Polizeikontrolle erst nach einer Verfolgungsjagd angehalten werden konnte.

Erinnerungen an die Krawalle im Herbst 2005
Die Zwischenfälle vom Samstagabend erinnern damit stark an den Auftakt zu den wochenlangen Ausschreitungen vom Herbst 2005. Diese waren ebenfalls durch den Tod von zwei Jugendlichen auf der Flucht vor der Polizei in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois ausgelöst worden. Damals hatten drei Wochen lang landesweite Krawalle gefolgt, bei denen 10.000 Fahrzeuge in Brand gesteckt und Hunderte Jugendliche festgenommen wurden.

Regierung verstärkt Sicherheitsmaßnahmen
Innenministerin Michele Alliot-Marie (UMP) hat nun die Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angekündigt, um eine Wiederholung der Straßenkämpfe zu verhindern. Sie begrüßte am Sonntag den "professionellen Einsatz" und die "Effizienz" der Polizisten und sprach den verletzten Beamten überdies ihre "volle Solidarität und Unterstützung" aus. "Die Sicherheit wird in den betroffenen Stadtvierteln verstärkt werden, um mit der größten Festigkeit auf solche Akte zu reagieren", betonte die Innenministerin.

Kampf gegen die "gewalttätigen Banden"
Vergangenen Mittwoch hatte Präsident Nicolas Sarkozy (UMP) seine Ministerin damit beauftragt, binnen Monatsende einen "Aktionsplan" vorzulegen, um den Kampf gegen die "gewalttätigen Banden" in den benachteiligten Vorstädten zu verstärken. Im nordfranzösischen Gagny war in der abgelaufenen Woche in einer Oberschule infolge einer "Strafexpedition" etwa ein Dutzend Schüler verletzt worden.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
15.03.2009 18:55
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung