Montag zeitig in der Früh wurden in den Baufirmen in Wiesen die Ärmel hochgekrempelt. Alle waren bereit für den Start in die neue Arbeitswoche. Doch der Eifer wurde jäh gebremst, denn die Ausrüstung war verschwunden. Eine Diebsbande hatte nur wenige Stunden zuvor die Klein-Laster der Betriebe geplündert. "Die Lkw-Planen waren aufgeschlitzt, Laderäume und Werkzeugkisten leergeräumt", stellten die Chefs erbost fest. Sie schätzen den Wert der Beute auf knapp 15.000 Euro.
"Die Polizei sieht man nur untertags"
"Wir waren bis zwei Uhr in der Nacht in unserem Planungsbüro beschäftigt. Gegen 4.15 Uhr kehrte ich bereits wieder zurück, um weitere Vorbereitungen zu treffen. In der kurzen Zeit dazwischen müssen die Täter zugeschlagen haben", sagt Rudolf Bernhardt, Boss der Firma BBV. Durch sein frühes Erscheinen im Büro hat er die Einbrecher vermutlich gestört und so vertrieben - mit 1.000 Euro Schaden kam dieser Betrieb deshalb noch relativ glimpflich davon. Der Ärger ist dennoch groß. Bernhardt: "Die Polizei sieht man nur untertags bei Verkehrskontrollen. In der Nacht ist jedoch kein Beamter mehr auf der Straße."
In dieselbe Kerbe schlägt Manfred Kölly, Sprecher der Freien Bürgerlisten. Zum Schutz vor Diebs- und Einbrecherbanden fordert er eine Personalaufstockung bei der Exekutive. "Laut Kriminalstatistik ist die Zahl der Straftaten zurückgegangen. Die Realität sieht aber anders aus. Immer mehr Einbrüche verunsichern die Bevölkerung. ,Kleine Delikte werden erst gar nicht mehr verfolgt." Kölly: "Das Innenministerium muss rasch handeln!"
Von Karl Grammer
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