Schweizer Wissenschaftler um Johan Auwerx von der ETH Lausanne fütterten Mäuse 15 Wochen lang mit fettreicher Nahrung, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte. Gleichzeitig verabreichten sie den Tieren verschiedene Dosen des Medikaments. Während Nager ohne Medikamentenzugabe nach 15 Wochen zweieinhalb Mal so schwer waren wie vor der Mast, nahmen Tiere mit hohen Medikamenten-Dosen überhaupt nicht zu. Zudem blieben ihre Insulin-und Blutzuckerspiegel normal, was ein geringeres Diabetes-Risiko bedeutet.
Wirkstoff erhöht Ausdauer der Tiere
Auch die Ausdauer der Mäuse stieg stark: In Tests schafften die behandelten Mäuse doppelt so weite Strecken wie die unbehandelten. Dieser Effekt sei nicht einfach auf das geringere Gewicht zurückzuführen, schreiben die Forscher in der Studie, die in der neuesten Ausgabe des Fachmagazins "Cell Metabolism" publiziert wurde.
Körper verbrennt vermehrt Fett
Das Medikament aktiviert ein Protein namens SIRT1. Dieses Enzym reguliert verschiedene Vorgänge in den Zellen, zum Beispiel die Effizienz der Mitochondrien, der Energiekraftwerke im Körper. Laut den Forschern führt eine Anschaltung des Enzyms dazu, dass der Körper vermehrt Fettvorräte verbrennt.
Die Resultate helfen laut einer Mitteilung des Fachverlags "Cell Press" auch dabei, die jahrelange wissenschaftliche Kontroverse um eine vor allem in Rotwein vorkommende Substanz namens Resveratrol zu klären. Schon früher konnte nämlich gezeigt werden, dass Resveratrol sich günstig auf den Körper auswirkt.
Sicherheit muss noch geprüft werden
Resveratrol aktiviert wie das neue Medikament das Protein SIRT1. Unklar war aber, ob die positive Wirkung der Rotweinsubstanz nicht auch auf andere Veränderungen in den Zellen zurückzuführen ist. Wie Johan Auwerx sagte, lässt sich aus der neuen Studie schließen, dass 80 Prozent der Resveratrol-Wirkung der SIRT1-Aktivierung zugeschrieben werden können.
Im Gegensatz zur Rotweinsubstanz wirkt der neue Medikamententyp aber nur auf das Protein SIRT1. Das sei ein Vorteil, weil dadurch auch die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen sinke, sagte Auwerx. Allerdings müsse die Sicherheit des Medikamentes intensiv geprüft werden, bevor eine Anwendung am Menschen in Betracht gezogen werden könne.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.