Gegen Mail-Betrug

Initiative erklärt Spam den Krieg

Web
28.10.2008 13:30
Den Betrug per E-Mail will eine Initiative aus Internet-Konzernen und Banken durch eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden eindämmen. Microsoft und Yahoo sowie Western Union und die Afrikanische Entwicklungsbank kündigten am Dienstag beim Anti-Spam-Kongress im deutschen Wiesbaden an, Beschwerdestellen für Geschädigte einzurichten und Informationen zu Betrugsfällen künftig weltweit an die Polizei weiterzugeben. Alle vier Unternehmen hätten durch gefälschte Mails, vor allem Lotteriebetrug, Imageschäden erlitten, erklärte die Initiative.

Internet-Kriminelle versuchen seit rund einem Jahr verstärkt, Nutzer mit vermeintlichen Lottogewinnen zu betrügen. Sie geben sich in E-Mails als Vertreter bekannter Unternehmen wie Microsoft aus und behaupten zum Beispiel, der Empfänger habe in einer Verlosung gewonnen. Vor der Auszahlung soll der Adressat jedoch eine Gebühr überweisen. 

Nach Angaben der Initiative werden dabei oft Konten bei Western Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank benutzt. Die Opfer erhalten weder den Gewinn, noch bekommen sie die Gebühr zurück. Der Schaden variiert von Fall zu Fall und liegt zwischen rund 100 und mehreren Tausend Euro.

Jeder 44. Fällt Internet-Betrug zum Opfer
Nach einer am Dienstag vorgestellten Umfrage von Microsoft unter rund 5.000 Nutzern aus sieben Ländern ist im vergangenen Jahr jeder 44. einem Internet-Betrüger zum Opfer gefallen. Mehr als ein Drittel der Befragten erklärte, als Folge von Betrügereien zurückhaltender bei der Nutzung des Internets zu sein. 

Obwohl ein Großteil der elektronischen Werbung in den Spam-Filtern hängen bleibt, verursacht die ungewollte Post hohe Kosten. Denn zum einen geht beim Sichten und Löschen der Werbemails kostbare Arbeitszeit verloren, zum anderen belastet die schiere Menge die Postfächer und treibt somit die Kosten für die IT-Infrastruktur der Unternehmen in die Höhe.

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