Radioaktive Beute

Handel mit verstrahltem Metall aus Tschernobyl

Ausland
30.05.2008 18:29
Der ukrainische Geheimdienst SBU hat ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt, das mit radioaktiv versuchtem Material aus dem Umfeld des explodierten Atomreaktors von Tschernobyl gehandelt hat. Die Verbrecherorganisation entwendete heimlich verstrahlten Schrott, Autoteile und Holz aus dem Sperrgebiet um das Atomkraftwerk.

Auch einen Hubschrauber des Typs Mi-8 hatten die Kriminellen vergeblich versucht zu stehlen. Er sollte nach Angaben des SBU in einer ukrainischen Stadt zu einem originellen Café umgebaut werden. Das radioaktiv verseuchte Material verkauften die Verbrecher auf dem Schwarzmarkt.

Der SBU kam der Bande auf die Schliche, als sie am Donnerstag einen Transporter am Ausgang der Sperrzone stoppte, die das Atomkraftwerk seit der Reaktorexplosion 1986 mit einem Radius von 30 Kilometern umgibt. An Bord des Fahrzeugs fanden die Ermittler Stahlrohre, die aus einer Mülldeponie mit radioaktiv verseuchtem Abfall stammten. 

Auch Sperrzonen-Kontrolleure unter Händlern
Die Strahlung, die von den Rohren ausging, lag um das 20- bis 30-fache über der Gesundheitsnorm. Nach Angaben des Geheimdiensts kontrollierte das kriminelle Netzwerk auch den illegalen Fischfang in der Zone um Tschernobyl herum sowie den Verkauf der Beute. Zu den Händlern zählten demnach unter anderem Menschen, die eigentlich für die Kontrolle der Sperrzone zuständig waren.

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