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27.06.2017 - 12:08
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Der Kühlschrank von Taxifahrer Behailu Kebede löste den Brand im Grenfell Tower aus.
Foto: twitter.com/dailymail, AFP / Video: ruptly.tv

Kühlschrank eines Taxlers löste London- Inferno aus

15.06.2017, 18:54

Einen Tag nach dem verheerenden Brand in einem Londoner Hochhaus ist der Verursacher der Katastrophe wohl bekannt: Das Feuer dürfte in der Wohnung eines Taxifahrers aus Äthiopien in der Küche ausgebrochen sein und von dort schnell auf andere Teile des Hauses übergegriffen haben. Der 44- jährige Behailu Kebede reagierte aber offenbar beherzt, alarmierte noch Dutzende Nachbarn und rettete ihnen somit das Leben.

Gegenüber der britischen "Daily Mail" berichteten mehrere Nachbarn, dass Kebede bei ihnen rund zehn Minuten vor Mitternacht anklopfte und sie darüber informierte, dass der Kühlschrank in seiner Küche im vierten Stock Flammen gefangen habe. "Ich kann mich genau daran erinnern, weil er mich durch sein energisches Klopfen aus dem Schlaf geholt hat", erklärte etwa eine Nachbarin.

Der Kühlschrank von Taxifahrer Behailu Kebede löste den Brand im Grenfell Tower aus.
Foto: twitter.com/dailymail, AFP
Foto: dailymail.co.uk

Taxler steht unter Schock

Nach der Alarmierung seiner Nachbarn konnte sich der 44- jährige Taxifahrer selbst aus der Flammenhölle befreien, wie ein Freund des Mannes berichtete. "Momentan steht er noch immer unter Schock und steht für kein Gespräch bereit. Er hat aber bereits mit der Polizei Kontakt aufgenommen und seine Sicht der Dinge geschildert", erklärte der Vertraute des Äthiopiers.

Foto: AFP

Minister: "Nationale Tragödie", über hundert Tote befürchtet

Mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers kam am Donnerstag weiter Rauch aus dem Gebäude. Die Flammen seien jedoch inzwischen weitgehend gelöscht, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton. Brandschutzminister Nick Hurd sprach bei einem Treffen in Westminster von einer "nationalen Tragödie", die offiziell mindestens 17 Todesopfer gefordert hat. Die Polizei berichtete, dass mit weiter steigenden Opferzahlen gerechnet werden müsse - laut Medien könnten sogar über hundert Menschen bei der Katastrophe ums Leben gekommen sein. Denn wie viele Menschen noch vermisst werden , ist weiterhin völlig unklar.

Foto: The Associated Press

Politiker besuchen den Brandort

Premierministerin May besuchte am Donnerstag den Brandort. Auf Fotos war sie zusammen mit Feuerwehrleuten zu sehen. Auch Oppositionsführer Jeremy Corbyn kam zum ausgebrannten Gebäude. "Die Wahrheit muss rauskommen", sagte er. Das Feuer hätte sich nicht so von Wohnung zu Wohnung ausbreiten dürfen. Es gebe viele offene Fragen auch zu Sprinkleranlagen und der möglicherweise leicht brennbaren Fassadenverkleidung. Viele Hochhausbewohner im Land stellten sich jetzt die Frage, ob sie überhaupt sicher seien, sagte er.

Premierministerin Theresa May am Brandort in London
Foto: AP
Auch der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn besuchte den Ort der Tragödie
Foto: AP

Königin drückt ihre Anteilnahme aus

Auch Königin Elizabeth II. drückte ihre Anteilnahme aus. Ihre Gedanken und Gebete seien bei den Familien, die Angehörige verloren hätten, sowie bei den vielen Menschen, die schwer verletzt im Krankenhaus lägen, teilte der Buckingham- Palast mit. Es sei ermutigend, zu sehen, wie viele Freiwillige nun zur Hilfe kämen. Hunderte Londoner spendeten Decken, Kleider oder Babynahrung für die Bewohner. Auch mehr als eine Million Pfund (1,14 Millionen Euro) an Spendengeldern kamen zusammen.

Redaktion
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