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Meeresfisch-Arten könnten bis 2050 verschwunden sein

25.05.2010, 10:28
Meeresfisch-Arten könnten bis 2050 verschwunden sein
Die Vereinten Nationen haben jetzt vor der weitgehenden Vernichtung der weltweiten Fischbestände durch Überfischung gewarnt. Sollte die Fischerei auf hoher See im derzeitigen Umfang fortgeführt werden, "dann sind wir in 40 Jahren in einer Situation, in der uns der Fisch ausgeht", sagte der Programmdirektor des UNO- Umweltprogramms (UNEP), Pavan Sukhov, in New York.

Laut UN- Schätzungen sind bereits jetzt rund drei Viertel aller Meeresfisch- Arten überfischt. Hauptursache für das Leerfischen der Ozeane seien Regierungssubventionen für die Fischerei- Industrie, die mit immer größeren Flotten einen immer kleineren Bestand an Fisch ausbeute. "Woran es mangelt, sind Fische, nicht Fischereikapazitäten", sagte Sukhov, der das Green- Economy- Programm der UNEP leitet.

Überkapazitäten beim Fischfang

Es gebe derzeit im Fischfang eine Überkapazität von 50 bis 60 Prozent. Diese Kapazitäten müssten abgebaut werden, zugleich müssten Schutzzonen in den Ozeanen für die Erholung der Fischbestände ausgewiesen werden, forderte Sukhov. Laut dem am Montag vorgelegten UNEP- Bericht gibt es weltweit 35 Millionen Fischer auf 20 Millionen Fischerbooten. Etwa 170 Millionen Arbeitsplätze hingen direkt mit dem Fischfang zusammen.

Ausgehend von entsprechenden Zahlen der UN- Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) müsse damit gerechnet werden, dass bis zum Jahr 2050 die Fischerei weltweit komplett zusammenbrechen werde, warnte auch Susan Lieberman von der Pew Environment Group zum Auftakt einer einwöchigen Konferenz in New York. "Wir sprechen von der Zukunft der Ernährungssicherung auf unserem Planeten", sagte Lieberman.

Drei Milliarden Menschen auf Fisch angewiesen

Die Krise habe gewaltige Auswirkungen auf Entwicklungsländer und Gebiete an der Küste, erklärte sie am Montagabend. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung oder bis zu drei Milliarden Menschen seien auf Fisch als wichtigste Eiweißquelle in ihrer Ernährung angewiesen.

Der Pazifikstaat Palau forderte auf der Konferenz ein internationales Moratorium auf das Abschneiden von Haiflossen. Jedes Jahr würden 73 Millionen Haie getötet, nur weil Leute ihre Flossen in der Suppe schwimmen sehen wollten, sagte der UN- Botschafter von Palau, Stuart Beck. "Das ist so unnötig und grausam wie das Töten von Elefanten, um aus ihren Stoßzähnen Verzierungen zu machen", sagte Beck. Nur ein gemeinsamer Aufschrei könne verhindern, "dass die Haie weltweit zum Vergnügen von Suppen- Liebhabern abgeschlachtet werden".

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