Mo, 20. November 2017

Belästigungsvorwurf

02.11.2017 06:40

Britischer Verteidigungsminister zurückgetreten

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon ist am Mittwochabend zurückgetreten. Der konservative Politiker war in der aktuellen Debatte über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz unter Druck geraten. Er soll 2002 bei einem Dinner einer Journalistin wiederholt ans Knie gefasst haben.

Viele der veröffentlichten Vorwürfe seien falsch, so der Minister. Gleichwohl sei er "in der Vergangenheit hinter den hohen Standards zurückgeblieben, die wir an die Streitkräfte stellen", begründete Fallon seinen Rückzug aus dem Kabinett in einem Schreiben an Premierministerin Theresa May. Seinen Parlamentssitz wolle er aber behalten.

May lobte ihren bisherigen Verteidigungsminister am Mittwochabend in einem Antwortschreiben: In seiner Amtszeit seit 2014 habe er dazu beigetragen, dass die britischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat erfolgreich waren und mehr als drei Millionen Menschen aus den Fängen der islamistischen Fundamentalisten befreit werden konnten, hieß es in dem Brief der Regierungschefin an Fallon, den mehrere Medien am Abend veröffentlichten.

Seit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein haben Hunderttausende Frauen und Männer von ähnlichen Vorfällen berichtet und eine breite Debatte über derartige Taten angestoßen. In den vergangenen Tagen war zudem eine Reihe von Missbrauchsvorwürfen gegen britische Politiker laut geworden. May lud die Parteichefs daher für Anfang kommender Woche zu einem Treffen ein, um einen einheitlichen Beschwerdeweg für derartige Fälle festzulegen. Ins Rollen kam die Debatte um sexuelle Übergriffe, nachdem Außenhandelsstaatssekretär Mark Garnier eingeräumt hatte, seiner Sekretärin den Kauf von Vibratoren aufgetragen zu haben.

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Redaktion
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