Fr, 20. April 2018

Vor Prozessbeginn

09.04.2018 15:35

Nackter Angriff auf „Vergewaltiger“ Bill Cosby

Die Neuauflage des Strafprozesses gegen US-Enterntainer Bill Cosby, der sich wegen sexuellen Missbrauchs verantworten muss, hat am Montag mit einem nackten Zwischenfall begonnen. Kurz vor Beginn der Verhandlung im Gericht von Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania sprang eine halb nackte Frau vor den 80-Jährigen und schrie: „Mister Cosby, Vergewaltiger!“

„Rapist“, das englische Wort für Vergewaltiger, hatte sie sich auch in roter Farbe auf den nackten Oberkörper geschrieben. Die Aktivistin wurde innerhalb kürzester Zeit von der Polizei festgenommen. Cosby musste umkehren und in seinem Auto warten, bis sich die Lage beruhigte. Vor dem Gerichtsgebäude trafen Fans auf Gegner des früheren Fernsehstars. Auf Schildern und mit lautstarken Rufen forderten sie Gerechtigkeit für Klägerin Andrea Constand bzw. für Cosby.

Unabhängigkeit eines Geschworenen angezweifelt
Auch im Gerichtssaal selbst lief nicht alles reibungslos und plangemäß. Der vorsitzende Richter entschied, mit einem Einspruch der Verteidigung anzufangen. Diese hatte Zweifel an der Unabhängigkeit eines Geschworenen geäußert. Cosbys Team versucht, den Mann seines Postens zu entheben, da dieser den Angeklagten vor Jury-Kollegen als schuldig bezeichnet haben soll. Nun sollen alle Beteiligten befragt werden.

Dutzende Missbrauchsvorwürfe, die meisten bereits verjährt
Der US-Schauspieler wird zwar von rund 60 Frauen beschuldigt, sie in früheren Jahrzehnten missbraucht zu haben, allerdings sind die meisten Anschuldigungen bereits verjährt. Der aktuelle Prozess, der im vergangenen Juni geplatzt ist, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil einigen konnten, beschränkt sich eben auf den Fall Constand aus dem Jahr 2004.

Neben neuen Geschworenen gibt es auch neue Verteidiger für Cosby. Im Falle einer Verurteilung droht dem 80-Jährigen eine lange Haftstrafe.

 krone.at
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