Mo, 18. Dezember 2017

60 Jahre Haft drohen

05.06.2017 13:36

Frau sexuell belästigt: Bill Cosby vor Gericht

In seinem ersten Strafprozess wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe muss sich der US-Entertainer Bill Cosby ab Montag vor Gericht verantworten. In dem voraussichtlich zwei Wochen dauernden Verfahren geht es um Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs einer ehemaligen Universitätsangestellten. Bei einer Verurteilung drohen dem 79 Jahre alten Schauspieler mehrere Jahre Gefängnis - die Höchststrafe liegt bei 60 Jahren. Cosby selbst hat angekündigt, nicht auszusagen. Insgesamt werfen ihm mindestens 60 Frauen sexuellen Missbrauch vor - die Vorwürfe sind aber nicht Gegenstand dieses Verfahrens.

Viele Geschichten seiner Opfer ähneln sich jedenfalls auf eklatante Weise: Cosby habe sie mit Beruhigungsmitteln und Alkohol betäubt, sodass sie ihm willenlos ausgeliefert waren. Die Fälle reichen bis in die 60er-Jahre zurück, die meisten sind daher bereits verjährt.

Prozess konzentriert sich auf einen einzigen Fall
Der Prozess in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania konzentriert sich aber ohnehin auf einen einzigen Fall aus dem Jahr 2004. Dabei soll Cosby einer ehemaligen Universitätsangestellten der Temple University in Philadelphia namens Andrea Constand Tabletten verabreicht und sie dann in seinem Haus sexuell belästigt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Cosby dreifache schwere sexuelle Nötigung vor. Drei Vorwürfe des sogenannten aggravated indecent assault liegen vor, weil Cosby dabei (1) Beruhigungsmittel benutzt haben soll, Constand (2) bewusstlos gewesen sein soll und der sexuelle Kontakt (3) ohne ihr Einverständnis stattgefunden haben soll.

Laut "Washington Post" droht für jeden dieser Vorwürfe eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis. Angesichts von Cosbys hohem Alter von 79 Jahren und der Tatsache, dass der Fall 13 Jahre zurückliegt und fast verjährt ist, könnte das Gericht bei einer Verurteilung aber auch eine deutlich geringere Haftstrafe verhängen. Gegen Cosby sprechen seine Aussagen aus einem Zivilprozess im selben Fall, bei dem sich beide Seiten 2006 außergerichtlich geeinigt hatten. Cosby gab damals zu, ein kräftiges Beruhigungsmittel besorgt zu haben, um es Frauen zu verabreichen, mit denen er Sex haben wollte. Er beschrieb im Detail auch den seiner Aussage zufolge einvernehmlichen sexuellen Kontakt mit Constand und erklärte, ihr zuvor ein Allergie-Medikament in Form von Pillen verabreicht zu haben.

Erst ein Jahr nach Vorfall bei Polizei gemeldet
Für Cosby spricht im Prozess die Tatsache, dass sich Constands Vorwürfe vermutlich nicht mit Spuren untermauern lassen und sie sich nach dem geschilderten Vorfall auch nicht von einem Arzt untersuchen hatte lassen. Die Polizei kontaktierte sie erst ein Jahr später und machte gegenüber Ermittlern teils widersprüchliche Angaben.

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