"Sündenbock"

Ex-Verdächtiger geht gegen britische Medien vor

Ausland
14.04.2008 08:28
Der erste Verdächtige im Fall der verschwundenen Madeleine McCann will einem Zeitungsbericht zufolge wegen Verleumdung gegen die britische Presse vorgehen. Der Brite Robert Murat, der in der Nähe des Hotels im portugiesischen Praia da Luz wohnt, aus dem Maddie vor knapp einem Jahr verschwand, wolle elf Zeitungen und den TV-Sender "Sky News" verklagen, berichtete "The Observer" am Sonntag unter Berufung auf eine Rechtsexpertin.

Ihren Schätzungen zufolge könnte er pro Medium mindestens 200.000 Pfund (knapp 250.000 Euro) einfordern. Die Höhe der möglichen Schadenersatzzahlungen belaufe sich damit auf mindestens zwei Millionen Pfund (2,5 Millionen Euro).

Eine Anwaltskanzlei bestätigte, in Murats Auftrag Verfahren gegen mehrere Medienunternehmen anzustreben. Dazu gehören den Angaben zufolge "The Daily Mail", "The Daily Express", "The Sunday Mirror" und "The Sun". Eine Journalistin des "Sunday Mirror" hatte im vergangenen Jahr die Aufmerksamkeit der Polizei auf Murat gelenkt, als sie über dessen angebliches "verdächtiges Verhalten" berichtete. 

Sie schrieb unter anderem, dass er "etwas Beklemmendes an sich hatte, durch das ich mich unwohl gefühlt habe". Murat sah sich anschließend einem hohen Medieninteresse an seiner Person und seiner Vergangenheit ausgesetzt. Der 34-Jährige beteuerte jedoch stets seine Schuldlosigkeit. Er solle zu einem "Sündenbock" für etwas gemacht werden, was er nicht getan habe, sagte Murat.

Madeleines Eltern: Geben die Hoffnung nicht auf
Ähnlich erging es auch den Eltern der entführten Maddie, die fast ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden in einem Interview mit der deutschen "Super Illu" erneut ihre Unschuld beteuerten. "Es gibt absolut keine Beweise, die nahelegen, dass wir mit dem Verschwinden von Madeleine etwas zu tun haben", sagte Vater Gerry McCann. "Wir hoffen, sie so schnell wie möglich zu finden, bevor sie vergisst, dass wir ihre Eltern sind." 

Kate McCann, die Mutter der am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwundenen Madeleine, sagte, auch die dreijährigen Zwillinge Amelie und Sean litten unter dem Verlust ihrer Schwester. Es sei oft nicht einfach, mit der Traurigkeit der Zwillinge umzugehen.

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