"Haben keine Wahl"

Israel droht mit Großoffensive im Gaza-Streifen

Ausland
29.02.2008 11:23
Die israelische Regierung ist nach Aussagen von Vize-Verteidigungsminister Matan Vilnai zu "allen Schritten" bereit, um die Raketenangriffe radikaler Palästinenser aus dem Gaza-Streifen zu stoppen. "Wir scheuen vor keiner Aktion zurück", sagte Vilnai am Freitag im israelischen Armeeradio. Israel werde "keine andere Wahl" haben, als eine großangelegte Offensive zu starten, um gegen den Raketenbeschuss vorzugehen. Verteidigungsminister und Vizepremier Ehud Barak hatte bereits am Vortag mit einer Bodenoffensive gedroht. Die im Gaza-Streifen herrschende radikale Hamas hat die muslimische Welt zu Massenprotesten gegen Israel aufgerufen.

Bei israelischen Luftangriffen sind seit Mittwoch mehr als dreißig Palästinenser gestorben, darunter sechs Kinder. Zuvor war ein Israeli in der grenznahen Stadt Sderot bei einem Raketenangriff ums Leben gekommen. In einer Hamas-Erklärung hieß es in der Nacht auf Freitag: "Wir rufen die Massen in den arabischen und muslimischen Ländern auf, aus Solidarität mit dem palästinensischen Volk nach dem Freitagsgebet auf die Straße zu gehen". 

Der südafrikanische UNO-Experte John Dugard hat unterdessen den palästinensischen Terrorismus in einem im Auftrag des UNO-Menschenrechtsrates in Genf erstellten Bericht als "unvermeidbare Folge" der israelischen Okkupation bezeichnet.

Die israelische Regierung ist wegen nicht aufhörender Raketenangriffe militanter Palästinenser innenpolitisch massiv unter Druck. Rechtsgerichtete Parteien verlangen weitere "gezielte Tötungen" von Hamas-Anführern. Seit 2004 sind der Hamas-Gründer Scheich Ahmed Yassin und dessen Nachfolger an der Spitze der Organisation, Abdelaziz Rantisi, sowie andere Funktionäre solchen "gezielten Tötungen" durch die israelische Armee zum Opfer gefallen. Diese Praxis ist von den Vereinten Nationen und der EU verurteilt worden.

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