Österreicher betroffen

Urlaubsorte in Flammen: Tausende Menschen gerettet

Porträt von Sarah Dan
Porträt von krone.at
Von Sarah Dan und krone.at

In mehreren beliebten Urlaubsregionen Südeuropas wüten aktuell Waldbrände. Tausende Menschen mussten allein in Kroatien und Griechenland vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden – darunter viele Touristen, auch aus Österreich.

In Kroatien verwüsteten die Flammen seit Donnerstagabend zwischen 900 und 100 Hektar Land, berichtete der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucakovic. Er sprach von „einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Kroatiens.“ Durch den starken Wind breitete sich der Brand zunächst durch Kiefernwälder und dichtes Buschwerk aus – und erreichte dann den Badeort Lokva Rogoznica im Süden des Landes. „Viele Häuser, Cafés, Restaurants, Autos und an Land liegende Boote wurden beschädigt“, sagte Tucakovic.

Mindestens 40 Menschen wurden in ein Krankenhaus in der Stadt Split eingeliefert. Wie die Klinik mitteilte, sind unter den Verletzten auch zwei Touristen aus Deutschland und Polen. Zehn Schwerverletzte mussten auf der Intensivstation behandelt werden, wie die kroatische Nachrichtenagentur Hina unter Berufung auf einen Arzt meldete.

Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucakovic sprach von „einem der schlimmsten Waldbrände in ...
Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucakovic sprach von „einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Kroatiens“.(Bild: AFP/MIROSLAV LELAS)
Ungefähr 30 Kilometer südlich von Split zerstörte das Feuer Häuser.
Ungefähr 30 Kilometer südlich von Split zerstörte das Feuer Häuser.(Bild: AFP/MIROSLAV LELAS)
Parkende Autos brannten aus.
Parkende Autos brannten aus.(Bild: AFP/MIROSLAV LELAS)
Das Feuer hinterließ verwüstetes Land.
Das Feuer hinterließ verwüstetes Land.(Bild: AFP/MIROSLAV LELAS)

Mehr als 2000 Einheimische und Touristen wurden nach Behördenangaben evakuiert. Für die aus Lokva Rogoznica geretteten Menschen öffneten die Behörden in den umliegenden Orten Sporthallen als Notunterkünfte. Rund 300 Menschen, die meisten von ihnen Touristen aus Polen, Tschechien und der Slowakei, wurden in eine Sporthalle in Split gebracht. Die Straße entlang der Adriaküste wurde zwischenzeitlich gesperrt, in der Umgebung der Stadt Omis brannten parkende Autos aus.

Österreichische Familien betroffen
Auch österreichische Touristen in der Nähe von Split meldeten sich bei der österreichischen Botschaft in Zagreb. Sie würden jetzt betreut, teilte das Außenministerium der Austria Presse Agentur am Freitagnachmittag mit. Es soll sich um rund zehn Familien handeln. Das Außenministerium riet den Betroffenen, sich bei den österreichischen Vertretungsbehörden vor Ort Hilfe zu holen.

Fast 300 Feuerwehrleute kämpften die ganze Nacht lang mit 93 Fahrzeugen gegen die Flammen. Vier Löschflugzeuge wurden nach Angaben der Feuerwehr am Freitag aber auf die Halbinsel Peljesac verlegt, wo in der Früh ein weiterer Waldbrand ausbrach.

Griechenland: Brand auf Chalkidiki unter Kontrolle
Auch in Griechenland waren am Freitag zahlreiche Feuerwehrleute im Einsatz. Sie befürchteten, dass heftige Windböen die Feuer in mehreren Regionen wieder anfachen könnten, darunter ein Brand in der Urlaubsregion Chalkidiki. Dort wurden am Donnerstag 481 Urlauber in kleinen Notfall-Booten über das Meer evakuiert, viele von ihnen mit Kindern auf dem Arm und in Badebekleidung. Aufnahmen des Fernsehsenders ERT zeigten dutzende Menschen, die auf einem im Wasser treibenden Ponton auf Rettung warteten.

Auf den Straßen stauten sich die Autos, weil viele Menschen versuchten, den Flammen um die Touristenorte Fourka und Sivira auf dem Landweg zu entkommen. 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt von neun Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern.

In Chakidiki haben die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle gebracht.
In Chakidiki haben die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle gebracht.(Bild: AFP/Vasilis VERVERIDIS)
Das Feuer richtete in der Urlaubsregion Chalkidiki Schaden an.
Das Feuer richtete in der Urlaubsregion Chalkidiki Schaden an.(Bild: EPA/STRINGER)
Häuser wurden durch das Feuer zerstört.
Häuser wurden durch das Feuer zerstört.(Bild: EPA/STRINGER)
Die Spuren des Feuers sind deutlich sichtbar.
Die Spuren des Feuers sind deutlich sichtbar.(Bild: EPA/STRINGER)

Nach Angaben der Feuerwehr konnte der Brand inzwischen unter Kontrolle gebracht werden. Dennoch müssen zahlreiche kleinere Brandherden und Glutnester weiter überwacht und gelöscht werden. Drei Feuerwehrleute wurden während den Löscharbeiten leicht verletzt. In Griechenland herrschen derzeit starke Nordwinde mit Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Dadurch können Glutnester erneut aufflammen und sich Brände rasch ausbreiten. Für mehrere Regionen gilt deshalb weiterhin eine sehr hohe bis extreme Waldbrandgefahr.

Feuerfront am Comer See
Auch am norditalienischen Comer See kämpften Einsatzkräfte gegen einen Großbrand am Monte Moregallo. Die Feuerfront hatte sich zunächst ausgeweitet und rund 90 Hektar betroffen. Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz. Inzwischen ist die Lage laut dem Regionalrat Giacomo Zamperini unter Kontrolle. 

Die Gemeinden am Como See Valmadrera und Lecco verboten vorübergehend sportliche Aktivitäten auf dem See. Windsurfen, Kitesurfen, Kanufahren und Stand-up-Paddling sind untersagt. Damit soll der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern nicht behindert werden.

Südfrankreich ist auch betroffen 
Auch im Südwesten Frankreichs kämpft die Feuerwehr gegen einen großen Waldbrand. Im Département Landes haben die Flammen bereits rund 1100 Hektar Kiefernwald erfasst. Zwar konnte die Ausbreitung des Feuers nach Angaben der Feuerwehr gebremst werden, doch die hohen Temperaturen erschweren die Löscharbeiten. Rund 500 Feuerwehrleute sind im Einsatz, 525 Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Wohnhäuser wurden bisher nicht zerstört.

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