„Krone“ vor Ort

Nach Terrorfahrt in Berlin: „Ist wie ausgestorben“

Ein Anschlag am Samstagabend auf den Christopher Street Day in Berlin hat eine Frau das Leben gekostet, es gibt Schwer- und auch drei lebensgefährlich Verletzte. „Krone“-Journalist Christoph Engelmaier war unter den Feiernden der Pride-Parade, als die Party nach der blutigen Attacke beendet wurde. „Die Stadt ist jetzt wie ausgestorben“, sagt er.

„Ich realisiere das Ganze erst jetzt wirklich“, schildert Engelmaier wenige Stunden, nachdem die Partyzone rund um die Siegessäule komplett geräumt werden musste. Kurz vor 22 Uhr war ein Fahrer – nach neuesten Erkenntnissen der Polizei ein 21-Jähriger, der dem Berliner islamistischen Milieu zugerechnet werden kann – in einem weißen Transporter in die feiernde Menge gefahren. Danach sprang er laut Augenzeugen aus dem Fahrzeug und ging, wie die „Bild“-Zeitung berichtete, mit einer Stichwaffe auf weitere Personen los. Nach dem Mann bzw. weiteren Tatverdächtigen wird noch gefahndet.

Von der Amokfahrt selber bekam der „Krone“-Journalist nichts mit, klarerweise aber von den ununterbrochenen Sirenen, den zahlreichen Einsatzkräften, den kreisenden Helikoptern. „Erst vor Kurzem rief die Polizei zum wiederholten Male dazu auf, dass alle nach Hause gehen sollten“, so Engelmaier. Noch hätten sie den oder die Angreifer nicht gefasst.

Panik habe es nicht gegeben. „Es lief alles sehr ruhig ab“, schildert er seine Situation. Einige Besucher, mit denen er gesprochen hatte, hätten nicht mitbekommen, was der Grund für den Abbruch der Pride-Party war. Nach Angaben eines dpa-Reporters wurden die Besucher auf der Ostseite des Brandenburger Tors zunächst nicht über die Lage informiert. Viele verfolgten das Geschehen und die Nachrichten allerdings auf dem Handy. 

„Hubschrauber kreisen, ununterbrochen Sirenen“
Die weitere Party sei abgesagt worden – auch der Auftritt von Sarah Connor am Brandenburger Tor musste abgebrochen werden. Bis dahin hatte die deutsche Sängerin mit einer Regenbogenflagge um die Schultern rund eine halbe Stunde lang ihre Songs gespielt. „Alle gehen heim, es spielt keine Musik mehr“, so Engelmaier, der schilderte, dass alles großräumig abgesperrt worden sei.

Wie es möglich gewesen ist, dass der Transporter in die Menge fahren konnte, ist unklar. Denn bereits im Vorfeld der blutigen Attacke sei alles rund um die Pride mit Pollern und Straßensperren gesichert gewesen.

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