Nach Entmachtung

Nepals König bleibt bis April auf dem Thron

Ausland
30.12.2007 10:45
Nepals entmachteter König Gyanendra bleibt zunächst auf dem Thron, bis die im April zu wählende Konstituierende Nationalversammlung die Abschaffung der Monarchie beschließt und die Republik ausruft. Das Übergangsparlament in Kathmandu hatte am Freitag den Weg für die Änderung der Staatsform in dem Himalaya-Reich geebnet. Von den insgesamt 321 Abgeordneten votierten 270 bei drei Gegenstimmen für das Ende des Königtums, die übrigen nahmen an der Abstimmung nicht teil.

Die Einigung zwischen der Sechs-Parteien-Allianz unter Führung der Kongresspartei und den Maoisten beendete eine monatelange politische Krise. Die Änderung der Staatsform war eine Kernforderung der Maoisten, die sich nun wieder an der Regierung beteiligen. Bereits im Vorjahr waren die Kompetenzen der Krone nach dem Ende der Königsdiktatur drastisch beschnitten worden, der König verlor jede politische Macht. Gyanendra hatte sich nach schweren Unruhen im April 2006 gezwungen gesehen, das 2002 von ihm aufgelöste Parlament wieder zusammentreten zu lassen und die Regierungsgewalt an die politischen Parteien zurückzugeben.

Gyanendra hatte 2001 den Thron des hinduistischen Landes bestiegen, nachdem sein älterer Bruder, König Birendra, dessen Frau Königin Aishwarya und weitere Mitglieder der Herrscherfamilie erschossen worden waren. Von einer Untersuchungskommission wurde Birendras Sohn Kronprinz Dipendra, der angeblich anschließend Selbstmord verübte, für das Blutbad im Palast von Kathmandu verantwortlich gemacht. In der nepalesischen Bevölkerung herrschen erhebliche Zweifel an der offiziellen Version der damaligen dramatischen Geschehnisse.

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