29.11.2007 15:41 |

Clevere Vierbeiner

Hunde können Farbfotografien erkennen

Wie wir ist auch unser Freund, der Hund, in der Lage, abstrakt zu denken. Friederike Range und ihre Kollegen von der Universität Wien haben zum ersten Mal den Nachweis erbracht, dass Hunde komplexe Farbfotografien klassifizieren und sie in dieselben Kategorien einstufen können wie der Mensch.

Die Bilder werden mit Hilfe von computergestützten Touchscreen-Bildschirmen demonstriert, wodurch ein mögliches Eingreifen durch den Menschen verhindert wird.

Um zu testen, ob Bilder von Hunden optisch kategorisiert werden können und ihr Wissen dann auf neue Situationen übertragen werden kann, wurden vier Hunden Landschafts- und Hundeaufnahmen gezeigt, die daraufhin eine Auswahl auf einem Computer-Touchscreen treffen sollten.

Während der Trainingsphase wurden den Hunden die Landschafts- und die Hundeaufnahmen gleichzeitig gezeigt und sie wurden mit Hundekuchen belohnt, wenn sie das Hundebild auswählten (positiver Anreiz). Danach nahmen die Hunde an zwei Tests teil.

Neue Reize erkannt
Im ersten Test wurden den Hunden insgesamt 40 völlig neue Hunde- und Landschaftsaufnahmen gezeigt. Ihre Auswahl fiel weiterhin stets auf die Hundeaufnahmen, und sie bewiesen damit, dass sie ihr während der Trainingsphase erworbenes Wissen auf neue optische Reize übertragen können, auch wenn sie diese bestimmten Fotos niemals zuvor gesehen hatten.

Im zweiten Test wurden neue Hundeaufnahmen auf alte Landschaftsbilder, die während der Trainingsphase verwendet worden waren, kopiert und den Hunden gezeigt. Sie wurden so mit sich widersprechenden Informationen konfrontiert: einerseits ein neuer positiver Anreiz, da die Aufnahmen Hunde zeigten, wenngleich es sich um neue Hunde handelte, anderseits ein vertrauter negativer Stimulus in Form der Landschaft.

Gelerntes bevorzugt
Als die Hunde vor die Wahl zwischen dem neuen Hund auf dem vertrauten Landschaftsbild und einer völlig neuen Landschaftsaufnahme ohne Hund gestellt wurden, entschieden sie sich stets für die Option mit dem Hund.

Diese Ergebnisse belegen, dass die Hunde in der Lage waren, sich an den kategoriespezifischen Merkmalen des "Hundes" zu orientieren, auch wenn durch das Experiment nicht belegt werden kann, dass die abgebildeten Hunde als tatsächliche Hunde wahrgenommen wurden.

Die Forscher ziehen auch einige Schlüsse über die Vorzüge ihrer Methodologie: "Die Verwendung von Touchscreen-Computern durch Hunde eröffnet eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie die kognitiven Fähigkeiten von Hunden ohne jeglichen Einfluss des Besitzers bzw. Experimentators getestet werden können." Sie fügen hinzu, dass diese Methode sich auch zum Testen einer Reihe von Lernstrategien eignet und das Potential besitzt, den Wissenschaftlern einen Vergleich der kognitiven Fähigkeiten unterschiedlicher Spezies mit Hilfe einer einzigen Methode zu ermöglichen.

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