Sa, 18. August 2018

Inder verprügelt

31.08.2007 12:59

Angriff auf Inder keine Hetzjagd

Die Staatsanwaltschaft Leipzig bewertet den Angriff auf acht Inder im sächsischen Mügeln nach der Vernehmung von 125 Zeugen nicht als Hetzjagd. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass vom Festzelt des Stadtfestes bis zur schräg gegenüberliegenden Pizzeria eine solche Jagd stattgefunden habe, teilte die deutsche Behörde am Freitag mit.

Auch Anhaltspunkte, dass "die Ereignisse insgesamt auf einem geplanten und organisierten rechtsextremistischen Hintergrund beruhten, haben sich nicht ergeben". Allerdings sei es vor der Pizzeria zu "eindeutig fremdenfeindlichen Äußerungen Einzelner" aus einer Menschenmenge heraus gekommen.

Polizei ermittelt gegen zwölf Verdächtige
Das in Leipzig laufende Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung wurde unterdessen auf zwölf Männer ausgeweitet. Dabei handelt es sich um aus Mügeln und Umgebung stammende Verdächtige im Alter von 17 bis 35 Jahren. Von diesen sei nach dem bisherigen Erkenntnisstand keiner wegen rechtsextremistischer Straftaten vorbestraft. Die Suche nach weiteren Verdächtigen werde mit Hochdruck fortgeführt.

Besucher fühlten sich von Indern auf Tanzfläche gestört
In der Nacht auf den 19. August hatte am Rande des Mügelner Stadtfests ein Gruppe von fünfzig Deutschen acht Inder angegriffen und verprügelt. Auslöser waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft vorrangig verbale Streitereien zwischen einzelnen betrunkenen Deutschen und Indern im Festzelt. Einige Besucher hätten sich dort von den Indern auf der dichtgedrängten Tanzfläche gestört und provoziert gefühlt.

Nach Aufforderung hätten die Inder das Zelt verlassen. Warum es im Anschluss dann zu den Übergriffen gekommen ist, steht noch immer nicht fest. Einige der Inder hätten abgeschlagene Flaschen benutzt. Unklar sei aber noch, ob sie dies in Notwehr taten.

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