Historisches Urteil

30 Jahre Haft wegen Mordes an US-Nonne

Ausland
16.05.2007 16:09
Wegen der Ermordung einer US-Nonne und Umweltschützerin ist in Brasilien ein Großgrundbesitzer zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Der 36-jährige Großgrundbesitzer Vitalmiro Bastos de Moura sei Auftraggeber des Mordes an der Nonne Dorothy Stang gewesen, hieß es in dem Gerichtsurteil vom Dienstag in der Provinzhauptstadt Belém im nördlichen Urwaldland Pará.

Stang war im Februar 2005 im Alter von 73 Jahren in Anapú im Westen Parás von zwei bezahlten Killern, so genannten "Pistoleiros", erschossen worden.

Die Brasilianische Anwaltskammer bezeichnete das Urteil als "historisch". Bislang seien bei ähnlichen Fällen höchstens jene auf die Anklagebank gekommen, die "den Abzug gedrückt" hätten. Das Urteil könne der Anfang vom Ende der Straflosigkeit sein, hieß es.

Moura bestritt jede Verwicklung in die Tat. Er wurde verurteilt, obwohl er von einem der beiden bereits verurteilten Pistoleiros entlastet worden war. Noch steht das Verfahren gegen einen weiteren Großgrundbesitzer an, der als weiterer Auftraggeber gilt.

Die wegen ihres Einsatzes für den Urwald mehrfach ausgezeichnete US-Missionarin Stang lebte seit rund 30 Jahren in Brasilien, wo sie sich vor allem für Umweltschutz und für die Rechte von landlosen Bauern einsetzte.

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