Tabubruch im Iran

Ahmadinedjad umarmt öffentlich eine Frau

Ausland
02.05.2007 21:05
Irans ultrakonservativer Präsident Mahmud Ahmadinedjad hat ein Tabu gebrochen und islamische Geistliche gegen sich aufgebracht: Vor Fernsehkameras umarmte der 50-jährige Staatschef der Islamischen Republik seine 70 Jahre alte frühere Grundschullehrerin und küsste ihr die Hand. Dafür wurde er am Mittwoch in islamischen Kreisen heftig kritisiert.

Die Tagezeitung "Hisbollah" nannte das Verhalten Ahmadinedjads, der einen Sitten strengen Islam propagiert, ein "unanständiges Verhalten". Nach dem im Iran geltenden Sittencodex darf ein Mann eine Frau in der Öffentlichkeit nicht berühren. Es war aber das erste Mal in der 28-jährige Geschichte der islamischen Republik, dass ein iranischer Staatsmann öffentlich die Anweisung ignorierte.

Der Vorfall, von dem Bilder im Staatsfernsehen gezeigt wurden, ereignete sich bei einer Feier zum "Tag des Lehrers", an dem Ahmadinedjad auch seine alte Grundschullehrerin ausgezeichnet hatte. Nach Angaben eines Augenzeuges hatte die gerührte 70-Jährige, die ihren inzwischen prominent gewordenen Schüler erstmals nach 40 Jahren wiedergetroffenen hatte, Ahmadinedjad kaum eine andere Wahl gelassen, als sie zu berühren.

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