Kampf um Jobs
Europaweiter Protesttag bei Flugzeugbauer Airbus
Im Werk Toulouse wurde die Arbeit an zwei Fließbändern für zwei Stunden gestoppt. Die Mitarbeiter versammelten sich vor der Verwaltung von Airbus und der Muttergesellschaft EADS in Blagnac. Ziel des Managements sei, wie beim Konkurrenten Boeing so viel Arbeit wie möglich auszugliedern, sagte Jean-Francois Knepper von der französischen Gewerkschaft Force Ouvriere. "Wir sagen Nein und nochmals Nein und wenn sie nicht auf uns hören, müssen wir zu schärferen Maßnahmen greifen." In Paris war ein Marsch auf den EADS- Sitz geplant.
Auch in Spanien demonstrierten mehrere Tausend Mitarbeiter von Airbus und der Muttergesellschaft EADS gegen "Power8". Im Rahmen des europaweiten Aktionstages in den Airbus-Ländern habe es Proteste an allen spanischen Fertigungsstätten gegeben, hieß es. Rund 80 Prozent der Beschäftigten hätten sich beteiligt.
Beim Protest gegen die Airbus-Sparpläne wollen nun deutsche Gewerkschaften und Politiker an einem Strang ziehen. Niedersachsens Ministerpräsident Wullf sagte in Hamburg, es sei wichtig, "politisch und gewerkschaftlich europaweit für die Luft- und Raumfahrt als Wachstumsbranche Position zu beziehen". Der deutsche IG-Metall-Chef Jürgen Peters warf dem EADS-Management Einfallslosigkeit vor.
Airbus war vor allem wegen Lieferschwierigkeiten beim Riesenjet A380 ins Trudeln geraten. Um die Kosten zu senken, will Airbus 10.000 Mitarbeiter von Bord schicken, davon 3.700 in Deutschland und 4.300 in Frankreich. Zudem plant das Unternehmen, einzelne Werke aus dem Konzern herauszulösen.
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